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Abb.: Philipp Plum

Presseportal

Semesterstart: Psychologische Beratung für Studierende

Interview mit Holger Walther von der psychologischen Beratung an der HU

Die Psychologische Beratung trägt durch persönliche Beratungsgespräche und Gruppenangebote dazu bei, dass Sie ihr Ausbildungsziel weiterhin anstreben können, indem Sie sich sinnvoll und genügend Ihrem Problem zuwenden.

An wen richtet sich das Hilfsangebot der psychologischen Beratung?

Holger Walther: Da es eine erste Anlaufstelle sein soll, richtet sich das Angebot an Studierende, die denken irgendwas läuft nicht gut. Das muss nicht mit dem Studium zusammenhängen, ganz häufig ist das aber der Fall, bspw. ich schreibe eine Hausarbeit nicht oder ich gehe nicht zu den Prüfungen. Es kann aber auch etwas Privates sein. Wir schauen in der Beratung immer was hinter dem Problem steckt. Vielleicht ist das Nicht-Schreiben der Hausarbeit nur der Ausdruck des Ganzen.

Wie bekomme ich einen Termin und wie lange dauert das?

Holger Walther: Wir haben ein Online-Terminvergabesystem. Auf unserer Homepage unter dem Stichwort Beratung sieht man die verschiedenen Berater*innen. Man kann sich dann aussuchen welche*n Berater*in man auswählen möchte, falls bspw. das Geschlecht eine Rolle spielt. Der Standort ist derzeit eher irrelevant, da alles über Telefon oder Video abläuft.

Nach der Terminbuchung gehen wir nochmal in Kontakt und bestätigen den Termin. Damit man auch weiß, dass dies angekommen ist. Und in der jetzigen Zeit fragen wir dann immer an in welcher Form das Gespräch stattfinden soll. Derzeit haben wir fast keine Wartezeiten. Normal ist eigentlich, dass wir Termine drei Wochen im Voraus anbieten.

Woran liegt das, dass weniger Studierende derzeit einen Termin buchen?

Holger Walther: Warum die das nicht tun, weiß ich leider auch nicht. Eine Vermutung wäre, dass die Studierenden denken, wir sind gar nicht da, weil die Uni zu ist. Viele sind auch in die Heimat gefahren und studieren dort natürlich unter anderen Bedingungen. Das kann natürlich auch belastend, aber eben auch entlastend sein. Und für Leute mit Problemen bei Abgabefristen könnte durch Corona der Druck rausgenommen worden sein.

Wie läuft so ein Gespräch ab?

Holger Walther: Wir nehmen uns für jede Person, egal was in der Mail geschrieben wird, immer eine Stunde Zeit. Unser Erfahrungswert ist, dass man nach einer Stunde auch wirklich zu einem Ergebnis kommen kann und sich nicht noch einmal treffen muss. Wir müssen also relativ schnell eine Situation zu erfassen und quasi diagnostizieren, um dann in derselben Zeit auch noch Hilfestellungen zu geben.

Bei der psychologischen Beratung trifft man tatsächlich auf einen Menschen, bekommt häufig einen zeitnahen Termin und hat dann viel Zeit in dem Gespräch. All das sind Studierende von einer Uni nicht so gewohnt. Gerade der persönliche Kontakt ermöglicht eine bestimmte Art von Arbeit, die derzeit mit Video und Telefon einfach eingeschränkter ist. Die Rückmeldung von Studierenden bestätigt dies.

Da wir Telefonberatung gelernt haben, können wir aber auch mit den wenigen Informationen arbeiten, die wir in einem Zoomgespräch oder Telefonat bekommen. Es ist aber schwieriger. Es sind für uns natürlich wertvolle Informationen, ob jemand Blickkontakt aufnimmt oder ihn nicht halten kann, ob er häufig weg oder auf die Erde guckt, das sieht schon belastender und trauriger aus. Das muss ich am Telefon erst rausfinden. Ich muss sozusagen zwischen den Zeilen hören. Ich finde es aber gut, dass relativ schnell diese Alternativen gefunden wurden. Vielleicht könnte man dieses Alternativangebot auch nach Corona anbieten.

Wie geht es dann nach dem Gespräch weiter?

Holger Walther: Im Grunde gibt es zwei Gruppen. Häufig ist das Gespräch selber hilfreich, weil wir relativ schnell schon im Gespräch Hilfestellungen geben können. Gerade bei Lern- und Arbeitstechniken geben wir passende Tipps, die auf die Problematik zugeschnitten sind. Die Person geht dann mit einer handfesten Idee raus.

Die andere Gruppe soll nun zwar auch etwas machen, jedoch können wir denen nichts anbieten und verweisen sie an die entsprechenden Stellen. Wir leiten dann häufig an das studierendenWERK Berlin weiter, weil es dort die psychotherapeutische Beratungsstelle mit sehr vielen Gruppenangeboten gibt. Es könnte auch sein, dass es eine passende Veranstaltung von uns oder Compass gibt. Oder wir leiten innerhalb des Hauses weiter, zum Beispiel zu der Beratungsstelle für Studierende mit Beeinträchtigungen.

Welche Tipps haben Sie für Erstsemester?

Holger Walther: Nutzen Sie alles, was an der Uni so angeboten wird. Nehmen Sie auf jeden Fall das digitale Angebot wahr und versuchen Sie den persönlichen Kontakt zu finden, bspw. mal mit einer*m Kommiliton*in einen Kaffee trinken zu gehen. Es ist wichtig, dass wir als soziale Wesen schauen, wo wir das ausgleichen können.

Allgemein rate ich, wenn jemand nicht weiß, ob die psychologische Beratung das richtige ist: immer einfach einen Termin machen und wir gucken dann schon. Sie als Ratsuchende*r müssen nicht wissen, ob wir die richtige Anlaufstelle sind.

Die Fragen stellte Cosima Kopp.

Weiter Informationen

Psychologische Beratung an der HU

Corona-Tipps für Studierende

FAQ - Die Erste Hilfe bei Studienproblemen

FAQ - Die Erste Hilfe bei Psychosozialen Problemen

Veranstaltungen

  • Psychisch fit studieren – Interaktives Online-Forum am 18. November 2020, 16 bis 17.20 Uhr – in Zusammenarbeit mit dem Verein „Irrsinnig Menschlich e.V.“ und dem Team "Studium mit Beeinträchtigung" der HU

Veranstaltunge für Neuimmatrikulierte

 

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