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Volker Gerhardt: Der Mensch – ein „homo publicus“

Volker Gerhardt leitet den Lehrstuhl Praktische Philosophie mit dem Schwerpunkt Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität.

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Der Mensch ist ein Wesen, das Öffentlichkeit braucht - ein homo publicus", sagt Prof. Volker Gerhardt. Er untersucht gegenwärtig die Rolle der Öffentlichkeit in der Philosophie. "Öffentlichkeit ist der Raum, in dem uns Menschen klar wird, dass wir Bewusstsein haben." Folglich ist der Ursprung der gesellschaftlichen Öffentlichkeit bereits im Bewusstsein des Individuums zu suchen, das seinerseits die Herausforderung durch eine Öffentlichkeit benötigt, um sich in Mitteilung und Erkenntnis äußern zu können.

Volker Gerhardt studierte Philosophie, Psychologie, Rechtswissenschaft und Soziologie in Frankfurt am Main und Münster, wo er auch promovierte und sich 1984 habilitierte. Bereits ein Jahr später übernahm er die Professur für Philosophie an der Universität Münster, von 1988 bis 1992 war Gerhardt Leiter des Instituts für Philosophie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Im Oktober 1992 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl der Humboldt-Universität an und baute das heutige Institut entscheidend mit auf. Seit 2007 ist er Honorarprofessor der University of Wuhan, China. Volker Gerhardt ist Mitglied Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und Mitglied im Deutschen Ethikrat.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ethik, der Politischen Philosophie, der Ästhetik, Metaphysik und der Theologie. Seine historischen Arbeiten sind auf den Vergleich des modernen Denkens mit der Antike - darunter Platon, Kant und Nietzsche - gerichtet. Seine systematischen Untersuchungen richten sich auf den Zusammenhang von lebendiger Natur und produktiver Kultur in den epistemischen, moralischen, politischen und ästhetischen Leistungen des Menschen.

Gerhardt ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, wo er von 2001 bis 2007 Vizepräsident mit Zuständigkeit für die Akademievorhaben war und noch heute Vorsitzender der Nietzsche- und Kant-Kommission ist. Seit September 2002 ist er zudem Mitherausgeber der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Friedrich Nietzsches. In diesem Rahmen werden die Notizbücher Nietzsches kurz vor dessen Wahn transkribiert. Das Projekt soll 2012 abgeschlossen sein.

Ein guter Arbeitstag beginnt mit …

… Schreiben am frühen Morgen oder Nachdenken bei einem Lauf und einem späten Frühstück.

Mit 18 Jahren wollte ich …

… Philosophie studieren, aber auch Physik und Psychologie standen zur Wahl. Erst der Erfolg meiner Vordiplomarbeit in der Psychologie, gab mir den Mut, aus dem Nebenfach Philosophie das Hauptfach zu machen.

An der Wissenschaft reizt mich …

… aus eigener Einsicht an Problemen zu arbeiten, die nicht nur meine eigenen sind.

Den Studierenden rate ich …

… selber zu denken.

Ich wünsche mir an der Humboldt-Universität mehr …

… zwanglose Gespräche über das, womit man gerade beschäftigt ist, und mehr offene Kritik an dem, was ich und was die Anderen tun.