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Renate Kroll - Romanistische Genderforscherin der ersten Stunde

„Um mit den Studierenden im Dialog zu bleiben, ist die Seniorprofessur geradezu ideal“, findet Renate Kroll. Die Literaturwissenschaftlerin ist seit 2009 Seniorprofessorin am Institut für Romanistik der Humboldt-Universität.

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Sie selbst bezeichnet sich als „akademische Späteinsteigerin“. Erst mit 30 Jahren beginnt Renate Kroll ihr Französisch- und Englischstudium in Gießen. Literatur von Frauen spricht sie dabei besonders an. Ihre Dissertation verfasst sie zu Marie die France, der ersten französischen Schriftstellerin. 1990 geht sie als Fulbright- und Thyssen-Stipendiatin ein Jahr an die State University New York und die Beinecke Library/New Haven und legt mit ihrer Arbeit zu Briefroman und Briefen der Madame de Graffigny, zur französischen Aufklärung ebenso wie zu Simone de Beauvoir das theoretische Fundament ihrer Studien als romanistische Genderforscherin der ersten Stunde. 1994 habilitiert sich Renate Kroll an der Goethe Universität in Frankfurt a.M. zum Thema: Femme poète. Zur preziösen Dichtung der Madeleine de Scudéry. In Siegen bietet sich ihr 1995 die perfekte Professur, wo sie bis zur Pensionierung 2008 bleibt.

In einem Gender-Lexikon hat Renate Kroll die Ergebnisse aus 30 Jahren Gender-Forschung veröffentlicht. In weiteren Forschungsschwerpunkten beschäftigt sie der Mythos der sog. „starken Frauen“ und Amazonen sowie die „Schreibweisen“ von Autorinnen vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Nach einer Gastprofessur an der Universidad de Buenos Aires (bis 2001) widmet sie sich dem Mal- und Tagebuch der Frida Kahlo; erst kürzlich hat sie eine Biographie über die argentinische Autorin und Kulturschaffende Victoria Ocampo veröffentlicht. Ein weiterer von Krolls neueren Schwerpunkten sind die KünstlerInnen-Tagebücher, in denen Entgrenzungen des literarischen Textes durch bildliche Darstellungen erzielt, Symbiosen von Sprache und Zeichnung unterschiedlicher Autorinnen hergestellt werden.

Die Nachwuchsförderung ist ein großes Anliegen – als Mitglied des Auswahlausschusses der Studienstiftung des deutschen Volkes nimmt sie die Begabtenförderung wahr. Im Jahr 2001 rief Renate Kroll zudem eine Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses ins Leben – die FONTE-Stiftung.

„Universitäten sollten das Potenzial von Seniorprofessoren nutzen. Vielleicht lehren wir sogar besonders engagiert, weil wir es freiwillig tun“, sagt Renate Kroll.

Ein guter Arbeitstag beginnt damit, …

… dass ich vor dem Uni-Betrieb bei einer Tasse Tee zum Zeitung lesen und noch zwei, drei Stunden zum Schreiben komme.

Mit 18 Jahren wollte ich …

… einen Beruf ergreifen und mein eigenes Geld verdienen.

An der Wissenschaft reizt mich …

… die tägliche Einsicht in die Vielfalt und Schönheit der Literaturen und Kulturen.

Den Studierenden rate ich …

… erkenne dich selbst und gehe immer deinen eigenen Weg.

Ich wünsche mir an der Humboldt-Universität mehr …

… mehr Rückbesinnung auf die Humboldtsche Universitätsidee.