Humboldt-Universität zu Berlin

Blackout in Prüfungen

Unter Druck, bei starker Prüfungsangst, im Stress und bei großer Aufregung kann es in einigen Fällen zum Totalausfall kommen: garantiert vorhandenes Wissen ist einfach nicht mehr abrufbar, manchmal selbst der eigene Name nicht. So verhindern Sie einen Blackout oder reagieren, wenn er doch passiert: 

 

In der mündlichen Prüfung 

Was kann ich VORHER tun?

Was ist günstig, damit kein Blackout entstehen kann?

  • Lernen Sie die letzten Tage vorher nichts Neues mehr – dies verdrängt sonst aufgrund seiner gefühlten Wichtigkeit die Basics, die wochenlang geübt wurden.
  • Jetzt bloß nicht mehr die anderen fragen: „Wie weit bist du? Hast du xyz verstanden? Das brauchen wir doch nicht, oder?“
  • Direkt vor der Prüfung: Suchen Sie sich eine ruhige Ecke, wo Sie alleine sind. So können Sie nämlich nicht mit anderen über das sprechen, was gleich kommt.
  • Statt dessen: machen Sie Ihre eigene, bewährte Entspannungsübung (die müssen Sie natürlich vorher häufig praktiziert haben, damit sie im Ernstfall funktioniert). 
  • Sagen Sie sich im Stillen einen motivierenden Satz, den Sie schon vorher gefunden und häufig gedacht haben, z.B. „So, ich habe dafür lange gelernt und jetzt versuche ich hier, mein Wissen anzuwenden.“

 

Was kann ich IN DER PRÜFUNG tun?

Was kann ich tun, wenn ich tatsächlich einen Blackout habe?

  • Sprechen Sie es an und wiederholen Sie Frage mit eigenen Worten. Beginnen Sie etwa so: „Ich glaube, ich habe gerade einen Blackout. Ich will mal versuchen, ob ich Ihre Frage mit eigenen Worten wiederholen kann.“
  • Oder: „Ich glaube, ich habe gerade einen Blackout. Könnten Sie die Frage bitte noch mal wiederholen?“
  • Eine kleine Übung aus der Hatha-Yoga: Lassen Sie die Schultern fallen und atmen Sie durch die Nase ruhig ein und aus. Pressen Sie die Unterseite der Zunge in die Gaumenhöhle und halten Sie den Druck mehrere Atemzüge. Lösen Sie die Zunge wieder und entspannen Sie bewusst den Unterkiefer.
  • Spulen Sie nun "den Film zurück" und formulieren Sie laut, z.B.: "Moment mal! Ich war gerade dabei zu erläutern, wie X und Y zusammenhängen. An dieser Stelle wäre es vielleicht wichtig zu erwähnen...". Und von hier aus starten Sie einen neuen Versuch für die Antwort.

 

In der Klausur

Was kann ich VORHER tun?

Was ist günstig, damit kein Blackout entstehen kann?

  • Lernen Sie die letzten Tage vorher nichts Neues mehr – dies verdrängt sonst aufgrund seiner gefühlten Wichtigkeit die Basics, die wochenlang geübt wurden.
  • Jetzt bloß nicht mehr die anderen fragen: „Wie weit bist du? Hast du xyz verstanden? Das brauchen wir doch nicht, oder?“
  • Direkt vor der Prüfung: Suchen Sie sich eine ruhige Ecke, wo Sie alleine sind. So können Sie nämlich nicht mit anderen über das sprechen, was gleich kommt.
  • Statt dessen: machen Sie Ihre eigene, bewährte Entspannungsübung (die müssen Sie natürlich vorher häufig praktiziert haben, damit sie im Ernstfall funktioniert). 
  • Sagen Sie sich im Stillen einen motivierenden Satz, den Sie schon vorher gefunden und häufig gedacht haben, z.B. „So, ich habe dafür lange gelernt und jetzt versuche ich hier, mein Wissen anzuwenden.“

 

Was kann ich IN DER KLAUSUR tun?

Was kann ich tun, wenn ich tatsächlich einen Blackout habe?

  • Eine kleine Übung aus der Hatha-Yoga: Lassen Sie die Schultern fallen und atmen Sie durch die Nase ruhig ein und aus. Pressen Sie die Unterseite der Zunge in die Gaumenhöhle und halten Sie den Druck mehrere Atemzüge. Lösen Sie die Zunge wieder und entspannen Sie bewusst den Unterkiefer.
  • Spulen Sie nun "den Film zurück": gehen Sie bei der Aufgabe an eine Stelle zurück, wo Sie etwas vorhatten zu bearbeiten. Von hier aus starten Sie einen neuen Versuch für die Antwort.
  • Sagen Sie sich im Stillen einen motivierenden Satz, z.B. "O.k., versuchen wir es noch mal. Was hatten wir denn schon?"

 

Quelle: Holger Walther: Ohne Prüfungsangst studieren,  2. überarb. Aufl., UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz und München 2015

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