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Humboldt-Universität zu Berlin

Wolff, Prof. Martin (1872-1953)

Martin Wolff wurde 1872 in Berlin als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren.

Er promovierte in Rechtswissenschaften und habilitierte sich 1900 an der Berliner Universität. 1903 zum außerordentlichen Professor ernannt, verfasste er ein Standartwerk zum Sachenrecht. Nach Zwischenstationen als ordentlicher Professor in Marburg und Bonn kehrte er 1921 an die Berliner Universität zurück, um Bürgerliches Recht, Handelsrecht und Internationales Privatrecht zu unterrichten.

1933 blieb Martin Wolff zunächst von der Entlassung verschont, weil auf ihn die Ausnahmeregelung für Personen, die vor 1914 verbeamtet worden waren, zutraf. Mit der Unterstützung durch Rektor Kohlrausch konnte er seine Veranstaltungen trotz massiver Störungen im Mai 1933 fortsetzen. Anfang Juli wurde Martin Wolff als letzter jüdischer Professor der Fakultät auf Betreiben des neuen Dekans beurlaubt und im Dezember zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Ende November 1937 beendete auch die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft seine dortige Tätigkeit als wissenschaftlicher Berater.

1938 folgte er seiner Frau in ihre Heimat Großbritannien, forschte und publizierte in Oxford über englisches Privatrecht und erhielt 1953 die Ehrendoktorwürde dieser Universität. Kurz darauf verstarb er in London.