Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin

Charlotte Giesen

Humboldt-Preis für ihre Dissertation

ICP-MS and Elemental Tags for the Life Sciences

 

Zusammenfassung

 

In der modernen Krebsdiagnostik wird anhand von entnommenem Gewebe ein Profil des Tumors erstellt, auf dessen Basis Diagnose und Therapieentscheidungen erfolgen. Dabei hinterlässt jede Krebserkrankung einen eigenen Fingerabdruck, mit der sie identifiziert werden kann. Dieser Fingerabdruck besteht aus unterschiedlichen Tumormarkern, deren Häufigkeit in einem wenige Mikrometer dünnen Gewebeschnitt durch die Stärke einer Färbung recht subjektiv festgestellt wird. Die Beurteilung wird von Pathologen vorgenommen und hängt im Wesentlichen vom Erfahrungsschatz des behandelnden Arztes ab. Doch wie sicher ist der Arzt in seiner Diagnose? Führt eine zweite Meinung zu einem anderen Ergebnis? Leider gibt es auch heutzutage noch signifikante Abweichungen in der Klassifizierung von Tumoren unter Pathologen.

Dass die Beurteilung des kranken Gewebes nicht nur auf Farbstärken basieren muss, sondern durch die Anwendung einer neuen Technik in messbare Zahlen umgewandelt werden kann, wurde in meiner Arbeit gezeigt. Zu diesem Zweck wurden die Tumormarker, welche routinemäßig in der Diagnostik eingesetzt werden, mit Metallen markiert. In einem weiteren Schritt wurde die induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie verwendet, die es ermöglicht diese Metalle sehr präzise zu quantifizieren. Durch die Verdampfung des Gewebes mittels eines präzisen Laserstrahls wird die darin liegende Information direkt in das Massenspektrometer überführt.

Darüber hinaus ermöglicht die neue Technik eine simultane Bewertung mehrerer Tumormarker auf einem Gewebeschnitt. Dies kann zu einer präziseren und schnelleren Diagnostik führen, da die unterschiedlichen Tumormarker nun in einem Gesamtbild erfasst werden und erstmals kann ihre Häufigkeit im kranken Gewebe direkt in Beziehung gesetzt werden. Diese zusätzlichen Informationen lassen auf neue Möglichkeiten zur Klassifizierung von Krebs hoffen, die auch neue Therapiemöglichkeiten aufweisen könnten.