Zimbabwe? Eine zerrüttete Wirtschaft, hungernde Menschen, AIDS und
Cholera. Derlei Bilder beherrschen die Berichterstattung hierzulande
über das afrikanische Land. Doch die Hauptstadt Harare hat auch eine
unbekannte kulturelle Vielfältigkeit zu bieten: Im Bookcafé
veranstalten Künstlerinnen und Künstler Poetry Slams, literarische und
gesellschaftspolitische Diskussionen, stellen neue Bands vor und
fördern junge Talente. Im Mannenberg-Jazz-Club nebenan stellen die
„Women Filmmakers of Zimbabwe“ ihre genderkritischen Filme zur
Diskussion. Im Stadtpark „Harare Gardens“ bringen Studierende der
Universität Theaterstücke gemeinsam mit obdachlosen Jugendlichen auf
die Bühne. Sie alle erheben ihre Stimme für die Rechte der Menschen in
Zimbabwe. Kreativität trotz Krise, lautet das Motto.
Das Zimbabwe Arts Festival in Berlin vom 3. bis 5. Juni gibt
dieser künstlerischen Vielfalt eine Bühne. Künstlerinnen und Künstler
aus Zimbabwe geben Einblicke in ihre Kulturszene und haben die
Möglichkeit, ihren Einfalls- und Ideenreichtum außerhalb der engen
Grenzen, die sie in ihrem Land erfahren, vorstellen und diskutieren zu
können. „Obwohl Elend, Armut und Hunger das Land beherrschen, gibt es
erstaunlicherweise ein reges kulturelles Leben“, sagt die Leiterin des
Festivals, Prof. Dr. Flora Veit-Wild vom Seminar für
Afrikawissenschaften der HU.
Das Festival startet am 3. Juni mit einem Konzert auf dem
Pfefferberg in der Schönhauser Allee. Chiwoniso, eine der bekanntesten
Künstlerinnen Zimbabwes tritt auf. Ihre Musik verknüpft
Traditionelles mit Modernem, Mbira-Musik der Shona mit Rap und
Soul. Special Guest Max Wild lässt dazu auf seinem Saxophon Jazz, Pop
und Afropop zu einem ganz neuen Genre verschmelzen. Mit einer
Ausstellung der Veranstaltungsplakate des legendären Bookcafé Harare
und einem Symposium mit allen Künstlerinnen und Künstlern im Seminar
für Afrikawissenschaften der HU sowie einer Filmvorführung der
„Zimbabwean Women Filmmakers“ im BABYLON am Rosa-Luxemburg-Platz geht
es am 4. Juni weiter. Das Festival endet am 5. Juni mit dem
Theaterstück „Great Escape“, einer Satire des Zimbabwers Andrew Whaley,
der grotesk-komisch die politische Situation in Zimbabwe
persifliert hat und einem Auftritt der einflussreichsten und
impulsivsten Poetry-Slamer Zimbabwes zur Langen Nacht der
Wissenschaften auf der Open-Air-Bühne am Hegelplatz.
Programm
<a
href="http://zimbabwe-arts-festival.hu-berlin.de">http://zimbabwe-arts-festival.hu-berlin.de
WEITERE INFORMATIONEN
Prof. Dr. Flora Veit-WildHumboldt-Universität zu Berlin
Institut für Asien- und Afrikawissenschaften
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel: 030 2093-6674
E-Mail: <a
href="mailto:flora.veit-wild@rz.hu-berlin.de">flora.veit-wild@rz.hu-berlin.de