Unruhig, unkonzentriert und unbeherrscht. Aufmerksamkeits- und
Hyperaktivitätsstörungen stellen gegenwärtig die häufigste
kinderpsychiatrische Diagnose dar. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
aus Kulturtheorie, Hirnforschung, Pädagogik und Psychoanalyse aber haben
dazu geführt, dass die bisherige, fast ausschließlich medizinisch
geprägte Betrachtung von Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen
kritisch hinterfragt wird. Anstelle einer Medikalisierung pädagogischer
Probleme wird für eine verstärkte pädagogische und therapeutische
Förderung plädiert. Die Abteilungen Verhaltensgestörtenpädagogik und
Rehabilitationspsychologie am Institut für Rehabilitationswissenschaften
der Humboldt-Universität werten die neuesten Erkenntnisse in einer
interdisziplinären Fachtagung aus.
Die Beiträge der Referenten betrachten Aufmerksamkeits- und
Hyperaktivitätsstörungen primär als Folge des kulturellen Wandels,
veränderter Lebensbedingungen und spezieller lebensgeschichtlicher
Erfahrungen, ohne dabei die organischen Faktoren für bedeutungslos zu
erklären.
Das Programm:
Prof. Dr. Bernd Ahrbeck (Lehrstuhl Verhaltensgestörtenpädagogik,
Humboldt-Universität)
ADHS: Kindliche Innenwelt und kulturelle Container
Dr. Miriam Stiehler (Pädagogin und Elternberaterin, WissenSchaffer
Elternberatung, Aying)
Konzentrationserziehung statt ADHS-Therapie. Eine Alternative zur
Medikalisierung
Dr. Terje Neraal ( Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Sachbuchautor, Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie, Gießen)
ADHS: Symptome verstehen – Beziehungen verändern. Sprachlose
Innerlichkeit – unerhörte Botschaften
Prof. Dr. Birgit Gaertner (Psychologin, Sigmund-Freud-Institut,
Frankfurt am Main)
ADHS – deskriptive psychiatrische Sammeldiagnose oder klinische Entität?
– Empirische Ergebnisse aus der Frankfurter Präventionsstudie
Dr. Hans Hopf (Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut,
Psychoanalytische Institute Stuttgart und Würzburg)
Unruhig, unkonzentriert, unbeherrscht – die Folgen von
Transmitterstörungen? – Von der Medizinalisierung zentraler
pädagogischer Bereiche und von der Verantwortung der Pädagogen
Prof. Dr. Erwin Breitenbach (Lehrstuhl Rehabilitationspsychologie,
Humboldt-Universität)
Abschlussdiskussion
Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.
Informationen unter:
http://www.reha.hu-berlin.de/psychol/sonstiges/ADHS-Tagung.htm
Um Anmeldung bis zum 12. September 2010 wird gebeten.
E-Mail: weilandk☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜staff.hu-berlin☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de
WEITERE INFORMATIONEN
Katharina Weiland
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät IV
Inst. f. Rehabilitationswissenschaften
Katharina Weiland
Unter den Linden 6
10099 Berlin