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Erster Wilhelm-von-Humboldt-Preis für das Lebenswerk an Humboldtianer

Germanist Manfred Bierwisch wird für sein Lebenswerk geehrt

 

Anlässlich der Eröffnung der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) in Frankfurt am Main wird der erste Wilhelm-von-Humboldt-Preis für das Lebenswerk am 7. März 2012 an Prof. Dr. Manfred Bierwisch von der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen.

Damit ehrt die DGfS eine Forscherpersönlichkeit, die wie keine andere in Deutschland die Sprach- und Grammatikforschung in nahezu allen ihren Bereichen beeinflusst habe, heißt es in der Begründung.

Manfred Bierwisch, 1930 in Halle geboren, studierte er Anfang der 50er Jahre bei Ernst Bloch und Hans Mayer in Leipzig und promovierte 1961 in Leipzig bei Theodor Frings mit einer noch heute maßgebenden Studie zu den Formen des deutschen Verbs. Bierwisch wurde 1955 Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR, aber erst 1985 zum Professor ernannt. 1993 erhielt er eine Professur an der Humboldt-Universität.

In der Grammatik des deutschen Verbs von 1963 hat Bierwisch den komplexen Satzbau des Deutschen aus wenigen Prinzipien erklärt. Mit dem Modell der Zwei-Ebenen-Semantik hat der Germanist der Bedeutungsforschung wesentliche Impulse gegeben, zum Beispiel für unser Verständnis der metaphorischen und metonymischen Sprachverwendung und der Bedeutung von Adjektiven, von Präpositionen und von Vergleichskonstruktionen. Mit seinen Arbeiten zum Lautsystem und zur Flexion des Deutschen hat er ebenfalls bleibende Standards gesetzt.

Die Anerkennung, die Bierwisch schon früh im Ausland genoss, zeigt sich in der Ehrenmitgliedschaft in der Linguistic Society of America und in der Aufnahme als assoziiertes Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen (1979) und als Fellow des Center of Advanced Study, Stanford (1982). Nach der politischen Wende 1989/90 wurde ihm die Leitung der Arbeitsgruppe Strukturelle Grammatik der Max-Planck-Gesellschaft (1993-1998) anvertraut und die Ehrendoktorwürden der Universitäten Jena (1990) und Leipzig (2005) verliehen. Bierwisch war Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (1993-1998) und ist heute mit dem Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) assoziiert. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Ehrenmitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Die Verleihung findet am 7. März 2012 um 10 Uhr, HZ1, IG-Farben-Haus, Grüneburgplatz 1 in 60329 Frankfurt am Main statt.


WEITERE INFORMATIONEN

Prof. Dr. Manfred Krifka
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für deutsche Sprache und Linguistik
Telefon: 030 2093-9670
Handy: 0171-7497226

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Pressemitteilung vom 05.03.2012, erstellt von Ibou Diop