Öffentliche Vorlesungen

Unsere Ringvorlesungen machen Wissenschaft für alle erfahrbar und bieten die Möglichkeit, diese aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden. Es ist eine gute Gelegenheit, das eigene Wissen zu erweitern und sich mit Expert*innen auszutauschen – kostenlos und ohne Voranmeldung.

Sommersemester 2026

RISIKO LEBEN – zwischen Zufall, Vorsehung und Berechnung in der Alten Welt

Wie gingen Menschen im Altertum mit Risiken um? Ob Krankheit, Naturereignisse, Krieg, wirtschaftliche Abhängigkeiten oder religiöse Deutungen – die Alte Welt war von Unsicherheiten geprägt, die erkannt, interpretiert und bewältigt werden mussten. Die Vorlesung beleuchtet, wie Gefahren antizipiert, Wissen gesammelt und Strategien entwickelt wurden, um Risiken zu begrenzen. Sie zeigt, dass auch frühere Gesellschaften vor ähnlichen Herausforderungen standen wie wir heute. Die Ringvorlesung wird von dem Berliner Antike-Kolleg, einem Netzwerk für Altertumswissenschaft, in dem die HU Mitglied ist, und der Freien Universität Berlin organisiert.

Wann: ab 14. April 2026, dienstags, 18.15 Uhr

Wo: Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Hörsaal 1b (Rostlaube) und online

Wer: Berliner Antike-Kolleg, FU und HU

Digital History – Aktuelle Entwicklungen und neue Ansätze

Im Sommersemester 2026 bringen die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung gemeinsam ein internationales Programm auf den Weg, das zentrale Fragen der digitalen Geschichtswissenschaften aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. 

Die Veranstaltung verbindet Kolloquium und Ringvorlesung und spannt einen Bogen von der Geschichte der Digitalisierung über Computational History bis hin zu Public History. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen, methodische Zugänge und globale Perspektiven – unter anderem mit Beiträgen aus Europa, Lateinamerika und Asien. Mit internationalen Gästen bietet das Kolloquium eine Plattform für den Austausch über Digital History.

Wann: Ab 15. April 2026, mittwochs, 16 bis 18 Uhr

Wo: online und vereinzelt in Hybrid

Wer: TU, HU und das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung

Anmeldung: via E-Mail für den Online-Zugang

W.E.B. Du Bois Lectures

Die W.E.B. Du Bois Lecture Series von den American Culture Studies hat das Ziel, den interkulturellen Dialog zu fördern. Wissenschaftler*innen und Intellektuelle werden zu Vorträgen eingeladen, die Aspekte und Probleme der öffentlichen Kultur und der Formen der heutigen Kulturkritik behandeln. 

Die Reihe startet mit einem Vortrag von Johanna Pitetti-Heil, Universität zu Köln, zum Thema: “The Roaring of Nature - The Taming of Nature: Essentialism and Racialization in American Modern Dance”. 

Die Vorträge werden auf Englisch gehalten.

Wann: Ab 28. April 2026, 18.15 Uhr

Wann: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Raum 2249a

Wer: Department of English and American Studies der Humboldt-Universität

Feministische Philosophie

Die Ringvorlesung bietet einen Einblick in zentrale Fragen, Positionen und Methoden der feministischen Philosophie. Sie wird in Bereichen wie politischer Philosophie, Metaphysik und Erkenntnistheorie betrieben und analysiert kritisch das Zusammenspiel von Verflechtung von Geschlechterverhältnissen, Macht und sozialer Ungleichheit. Ziel ist es, gerechtere und bessere Formen der Wissensproduktion, der Theoriebildung und des Zusammenlebens zu entwickeln. Im Rahmen der Ringvorlesung stellen feministische Philosoph*innen aktuelle Forschungsprojekte vor. 

Die Vorträge finden auf Deutsch oder Englisch statt und richten sich an Bachelor- und Masterstudent*innen aller Fachrichtungen sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Organisiert wird die Reihe von Prof. Dr. Kristina Lepold gemeinsam mit der AG Feministische Philosophie.

Wann: Ab 15. April 2026, mittwochs von 10 bis 12 Uhr

Wo: Hauptgebäude der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Hörsaal 2094 (1. Stock)

Wer: Institut für Philosophie

Interventionismus in Europa: Militärisches und Humanitäres Eingreifen seit 1945

Politische, militärische und humanitäre Interventionen prägten die internationale Politik im Kalten Krieg und sind bis heute allgegenwärtig. Doch was ist darunter konkret zu verstehen? Welche Motive verfolgten die Akteure, welche Rechtfertigungsstrategien entwickelten sie? Wie veränderten ihre Konzepte und ihr Handeln die internationale Ordnung? 

Die Ringvorlesung „Interventionismus in Europa: Militärisches und Humanitäres Eingreifen seit 1945“ des Berliner Kollegs Kalter Krieg diskutiert im Sommersemester 2026 anhand ausgewählter Beispiele unterschiedliche Formen, Akteure und Praktiken des Interventionismus in Europa seit 1945.

Wann: Ab 21. April 2026, dienstags, ab 18 Uhr

Wo: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Raum 1072, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Wer: Berliner Kolleg Kalter Krieg

Der Grüne Faden. Ringvorlesung des Nachhaltigkeitsbüros: Lage verstrickt? Wir ziehen den Grünen Faden

Das Nachhaltigkeitsbüro lädt ein, neue Aspekte des Nachhaltigkeitsdiskurses aus einer interdisziplinären Perspektive zu erforschen. Dabei treffen Zuhörer*innen nicht nur auf Referierende aus der Wissenschaft, sondern auch auf Aktivist*innen und Engagierte, die mit ihren Projekten die Nachhaltigkeitstransformation selbst anpacken.

Anmeldung zur Ringvorlesung via E-Mail unter studium-oecologicum☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜hu-berlin☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de

Wann: Ab 16. April 2026, donnerstags, 16 bis 18 Uhr,

Wo: Dorotheenstraße 24, Raum 1.101, 10117 Berlin sowie hybrid  in Präsenz / online 

Wer: Nachhaltigkeitsbüro der HU

Ökologische Konflikte

Der Wind hat sich gedreht: Sah es für einen kurzen Moment so aus, als ob eine große, ökologische Transformation der Gesellschaft doch gelingen könne, werden die klimapolitischen Ambitionen aktuell zurückgeschraubt und teils offen bekämpft. In der Vortragsreihe „Ökologische Konflikte" beleuchten führende Sozialwissenschaftler*innen die teils scharfen Auseinandersetzungen: Welche Dynamiken und Strategien prägen die Konflikte um die ökologische Transformation? Ist die Lage für klimapolitische Ambitionen wirklich so düster, wie sie manchen scheint? Und wie kann sich die moderne Gesellschaft auf ökologische Krisen einstellen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Reihe, zu der die Gerda-Henkel-Forschungsgruppe „Ökologische Konflikte" von Vincent August und André Brodocz herzlich einlädt.

  • 11. Mai: Anita Engels: „Die Klimawende einfach organisieren? Der schwierige Schritt von der Analyse zur Wende unter erschwerten Bedingungen"
  • 1. Juni: Melanie Pichler: „Zwischen Green Deal und Refossilisierung: Transformationskonflikte aus sozial-metabolischer Perspektive"
  • 22. Juni: Ingolfur Blühdorn: „Ökologische Unregierbarkeit. Zur Aktualität einer konservativen Debatte"

Wann: Ab dem 20. April 2026, montags, 11. Mai, 1. Juni,22. Juni, 16 Uhr

Wo: Dorotheenstraße 26, 10117 Berlin, Raum 208 

Wer: Forschungsgruppe „Ökologische Konflikte“

Vernunft, Natur, Praxis

Die Vorlesungsreihe widmet sich einer einflussreichen und oft Totgesagten Denktradition: der Kritischen Theorie. Im Zentrum der Reihe und zwischen den Disziplinen stehen drei grundlegende Begriffe: Vernunft, Natur und Praxis. Ihr spannungsreiches Verhältnis dient als Ausgangspunkt, um zentrale Fragen kritischer Gesellschaftsanalyse neu zu erschließen. Ausgehend von klassischen Positionen bringt die Reihe unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch. So entsteht ein Forum, das die Entwicklung der Kritischen Theorie bis in die Gegenwart verfolgt und zeigt, wie heute mit ihr gearbeitet wird. 

Ziel der Reihe ist es, die ideengeschichtlichen Grundlagen zentraler Begriffe sichtbar zu machen, ihre Transformationen nachzuzeichnen und ihren gegenwärtigen kritischen Gehalt zu diskutieren – nicht zuletzt mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Krisen und Konflikte. 

Die Vorlesungsreihe richtet sich an Studierende und Interessierte, die sich auf diese Tradition einlassen möchten. Sie bietet Raum für gemeinsame Diskussion und Austausch – und fragt nicht zuletzt, wie sich dem „Hundeleben“ noch ein Moment von Glück abringen ließe.

Wann: Ab 11. Mai 2026, montags, 18 bis 20 Uhr,

Wo: Universitätsstraße 3b, 10117 Berlin, Raum 002

Wer: Institut für Sozialwissenschaften

80 Jahre danach… / „80 ans après…

Die Reihe bietet eine interdisziplinäre Reflexion über das Erbe der 1945 entstandenen Weltordnung - und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem ihre rechtlichen, politischen und moralischen Grundlagen tiefgreifend infrage gestellt werden. Jede Sitzung folgt dabei einem regressiven Ansatz: Ausgehend von gegenwärtigen Herausforderungen - Konflikten, internationaler Justiz, geopolitischen Neuordnungen, umkämpften Erinnerungen usw. - wird gefragt, was heute noch von 1945 geblieben ist.

Inspiriert von der Methode von Marc Bloch versteht sich dieser Ansatz als interdisziplinär und lädt dazu ein, die Perspektiven der Geistes- und Sozialwissenschaften auf einen sich im Wandel befindlichen europäischen Raum miteinander zu verbinden. Kann uns die Vergangenheit noch helfen, die Welt zu verstehen, in der wir leben? Ermöglicht uns unsere Gegenwart eine neue Einschätzung des Erbes vergangener Zeiten?

Wann: Ab dem 4. Mai 2026, montags, 18 – 20 Uhr

Wo: Centre Marc Bloch, Friedrichstrasse 191, 10117 Berlin und online

Wer: Centre Marc Bloch e. V. 

Mosse Lecture: Du sollst, du sollst nicht. Verbote und Gebote zwischen Religion, Recht und Politik

Verbote und Gebote stehen im Zentrum religiöser und ethischer Lebensführung, stabilisieren gesellschaftliche Ordnungen, schützen vor Gewalt und begrenzen Machtmissbrauch. Rechte, einschließlich der Grundrechte, werden durch Verbote gesichert. Zugleich sind Verbote selbst Ausdruck politischer, ökonomischer und sozialer Machtverhältnisse. Anderen oder auch sich selbst etwas zu untersagen, bedeutet Handlungsspielräume und Selbstentfaltung einzuschränken. Dass dieser repressiven Funktion von Verboten und Tabus eine kulturstiftende Dimension innewohnt, macht das Unbehagen aus, welches Sigmund Freud schon Anfang des 20. Jahrhunderts der Kultur attestiert hat. Auch etymologisch lässt sich die produktive Kraft von Verboten nachvollziehen: Bis ins ältere Niederhochdeutsch stand das Verbieten [mnd. vorbēden] in enger Beziehung zum Gebot, im Sinne einer nachdrücklichen Anordnung von Handlungen.

Die Mosse Lectures beleuchten im Sommersemester die Ambivalenzen von Verboten und fragen nach ihrer Relevanz für gegenwärtige gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Verbote seit einiger Zeit neu zur Diskussion stehen. Während die Kritik an Verboten in vielen gesellschaftlichen Bereichen allgegenwärtig scheint, erleben Verbote dort eine Renaissance, wo sie zu Instrumenten der Krisenbewältigung werden – etwa in Debatten über Klimapolitik, Social Media oder digitale Gewalt.

Wann: Ab 4. Juni 2026, donnerstags, 19.15 Uhr

Wo: Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Wer: Institut für deutsche Literatur