Die Untersuchung der Form von Bildern, das Phänomen ihrer Lebendigkeit
sowie die Substitution von Körper und Bild – das sind die inhaltlichen
Schwerpunkte der neu gegründeten Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und
Verkörperung“. Der Forscherverbund zielt auf eine umfassende Revision
von der Abbild- hin zur Bildakttheorie ab, indem er zwei
Forschungsperspektiven untersucht: die “Theorie des Bildaktes” und die
“Verkörperungstheorie”.
Das Ziel der Forschergruppe, finanziert von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG), wird durch eine Reihe von Fallstudien
angestrebt, die in enger Kooperation zwischen den Disziplinen
Kunstgeschichte (Prof. Bredekamp) und Philosophie (Prof. Krois) an der
Humboldt-Universität entstehen. Die Ergebnisse werden nicht auf einzelne
Epochen oder methodische Fragestellungen begrenzt sein. Denn es geht
nicht um die medienspezifische Abgrenzung von alten oder neuen
Bildverfahren, sondern um historisch begründete Praktiken der Bilder von
der Höhlenmalerei bis zu computergestützten Simulationsverfahren der
Gegenwart und hiermit verbundener kognitionswissenschaftlicher Überlegungen.
Die zentralen Thesen des Forscherverbunds sind dabei, dass in jeder
Bilderkennung die Augen nicht als Wahrnehmungsorgan isoliert werden
können, sondern der gesamte Körper wahrnimmt. Zweitens, dass Bilder
niemals nur abbilden, sondern immer auch im Bildakt erzeugen, was sie
darstellen. Diese und viele weitere Ansätze sollen zur Eröffnungstagung
unter dem Titel „Sehen und Handeln“ diskutiert werden.
Unter dem Titel "Sehen und Handeln" stehen bei der Eröffnungstagung zwei Formen der menschlichen Interaktion mit der
Welt zur Diskussion, die traditionellerweise als streng voneinander
getrennte und einander entgegen gesetzte Konzepte gedacht worden sind.
Das Sehen wurde dabei gemeinhin als ein passiver Prozess aufgefasst, der
im Gehirn innere Bilder entstehen lässt, welche die Wirklichkeit
repräsentieren. Handlungen hingegen werden in der Regel als aktive
Prozesse verstanden, die von einem bewusst oder unbewusst steuernden
Subjekt ausgeführt werden.
Ian Hackings Überlegungen zum „homo depictor“, die er 1983 in seinem
Buch „Representing and Intervening“ formulierte, können als ein
historischer Ankerpunkt des Forschungsprogramms der neuen
DFG-Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“ angesehen werden.
In seinen interdisziplinären Forschungen verstand Hacking es stets die
Grenzen zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften im Allgemeinen und
zwischen Philosophie und Bildgeschichte im Konkreten zu überschreiten.
Mit seinem Vortrag wird die Kolleg-Forschergrpuppe offiziell eröffnet.
Das Programm unter:
http://www2.hu-berlin.de/bildakt-verkoerperung/ankuendigungen/
WEITERE INFOMATIONEN
Dr. Jörg Trempler
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät III
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“
Tel: 030 2093-99158
Fax: 030 2093-99155
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