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The London Moment: Exilregierungen im Zweiten Weltkrieg

VolkswagenStiftung fördert Forschungsprojekt zur Europäischen Geschichte an der HU

Mit ihrem Forschungsvorhaben konnte sich die HU-Historikerin Dr. Julia Eichenberg in der Ausschreibung des Förderprogramm Freigeist-Fellowships der VolkswagenStiftung durchsetzen und erhält nun eine Förderung in Höhe von bis zu 431.900 Euro. Dr. Eichenberg untersucht in ihrem Projekt „The London Moment. Transnational Collaboration of Governments-in-exile during the Second World War and its Impact on European History“, welche langfristigen Folgen und Einflüsse die Zusammenarbeit der Londoner Exilregierungen bis in den Kalten Krieg und danach besaßen und schafft so eine Verbindung von Mikro- und Globalgeschichte. In dem interdisziplinären Projekt, das am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität angesiedelt ist, wird sie Konzepte und Theorien aus der Politik- und Rechtswissenschaft in ihre Forschung einfließen lassen. 

„In London verbrachten ost- und westeuropäische Regierungen und ihre Mitarbeiter den Krieg in engster Nachbarschaft. Ein Blick auf den Londoner Mikrokosmos ermöglicht es uns eingefahrene Denkmuster des Kalten Krieges, die europäische Geschichte in Ost- und Westeuropa teilen, neu zu hinterfragen.“, erklärt Dr. Eichenberg. Ziel dieser Regierungen war es, nationale Interessen aufrechtzuerhalten und zugleich gemeinsam die Gestaltung Europas nach dem Krieg zu planen. So wurden u.a. juristische Optionen zur Kriegsverbrecherverfolgung ausgearbeitet, die längerfristig auch als Grundlage für den Aufbau eines Internationalen Strafgerichtshof dienten. Durch die in der geographischen Nähe in London entstandenen informellen Netzwerke bildeten sich neue Formen der politischen und rechtlichen Kooperation heraus, die Diplomatie und Völkerrecht nachhaltig beeinflussten.

Um die Arbeitsbedingungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zu verbessern, hat die VolkswagenStiftung 2013 das fachoffene Förderprogramm der Freigeist-Fellowships in Leben gerufen. Es richtet sich gezielt an exzellente Postdocs, die risikobehaftete, unkonventionelle Wissenschaft betreiben möchten.
Die Stiftung möchte damit interdisziplinäre und außergewöhnliche Forschungsprojekte auf hohem Niveau an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglichen. Neben der wissenschaftlichen Qualifikation wurde bei der Auswahl der Fellows darauf geachtet, dass sie eine eigene und originelle Idee verfolgen, die das Potenzial für möglicherweise bahnbrechende Ergebnisse besitzt. Am 29. April werden die Freigeist-Fellows im Rahmen einer Abendveranstaltung im Schloss Herrenhausen in Hannover geehrt.

Kontakt

Dr. Julia Eichenberg     
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften     

Tel.: 030 2093-70612     
julia.eichenberg@hu-berlin.de

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