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Abb.: Philipp Plum

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HU-Podcast: „Die Bedürfnisse der jungen Menschen wurden nicht berücksichtigt“

Ein Gespräch mit der Soziologin Prof. Talja Blokland über Einschränkungen für junge Menschen während der Corona-Pandemie, soziale Herausforderungen im Lockdown und die Wichtigkeit von beiläufigem Leben.

Humboldt Hören
 

Zu Beginn der Pandemie waren gerade junge Menschen angehalten, auf
 Kontakte und ihr Sozialleben zu verzichten, um Vulnerable und vor allem alte Menschen zu schützen.

Nun, wo Privilegien für Geimpfte ausgehandelt werden, es für Jugendliche noch immer keinen Impfstoff gibt, sieht die Soziologin Prof. Talja Blokland das Solidaritätsgefühl stark gefährdet. Die Politik habe sich sehr auf funktionale Familien und Bessersituierte fokussiert, sagt Prof. Blokland im Podcast Humboldt
 Hören. „Junge Menschen leben meist auf kleinem Wohnraum, sie sind ganz
anders angewiesen auf soziale Kontakte als Ältere.

Mit 40 Jahren haben die meisten feste Freundschaften und Beziehungen, auf die sie
 zurückgreifen können. Ein 20jähriger hat die nicht unbedingt“, sagt 
Blokland. Für ältere Menschen sei es nicht so schwer gewesen, anstelle
 eines Restaurantbesuchs mit dem Freund, der Freundin eben spazieren zu
gehen. Junge Leute, die zuhause beengt wohnen, die noch keine festen
 Freundschaftsgefüge haben, seien von den Kontaktbeschränkungen derart stark betroffen gewesen, dass für sie die Rückkehr zu einem Sozialleben ungleich dringlicher sei. 

Die medialen Vorwürfe gegenüber Jugendlichen, die trotz Beschränkungen heimlich Partys gefeiert hätten, findet Talja Blokland ungerecht: „Viel interessanter ist doch die Frage: warum treffen sich Leute zu fünft überhaupt, wenn das verboten ist?“ Darüber, wie Berliner und Berlinerinnen mit dem Lockdown
umgegangen sind spricht Talja Blokland in der 22. Folge mit der Radiojournalistin Cora Knoblauch.

Die Podcastfolge „Die Bedürfnisse der jungen Menschen wurden nicht berücksichtigt“ hören Sie auf der Podcast-Seite der HU. Dort finden sich auch alle bisherigen Themen von „Licht, Atomen und Geheimdiensten“ bis zur „Persönlichkeit unserer Nervenzellen“. 

Sie finden die Podcasts der Humboldt-Universität auch auf Spotify und Apple Podcasts.

Der HU-Podcast „Humboldt hören“ bringt die Hörerinnen und Hörer in Kontakt mit den Forschenden der HU. Die Radiojournalistin Cora Knoblauch führt die Gespräche an den Orten, die für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtig sind und an denen sie anschaulich machen können, worum es ihnen mit ihrer Forschung geht.

Weitere Informationen

Am 1. Juni wurde in der Hochschulambulanz der HU eine Spezialambulanz für Kinder, Jugendliche und Familien errichtet. Leiterin Prof. Julia Asbrand hat im Interview mit radioeins darüber gesprochen.  

Kontakt

Hans-Christoph Keller
Pressesprecher der Humboldt-Universität zu Berlin

Tel.: 030 2093-12710
pr@hu-berlin.de

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