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Abb.: Philipp Plum

Presseportal

„Etablierte Definitionen des Islam“ – Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte

Projektwerkstatt am Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT) lädt zu internationaler Tagung ein

Die Projektwerkstatt „Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte“ stellt vom 8. bis zum 10. Oktober 2021 ihre Ergebnisse auf einer internationalen Tagung vor und lädt zur Online-Teilnahme ein. 

Im Mittelpunkt der Tagung steht die Betrachtung von Kanon- und Zensurprozessen in Texten und von Positionen innerhalb der islamischen Ideengeschichte von der Frühzeit bis in die Gegenwart.

Die Konferenz hat sich nichts Geringeres zum Ziel gesetzt, als zu zeigen, dass „etablierte Definitionen des Islam historisch gewachsen sind und daher nicht die einzig gültigen sein müssen", sagt der Projektverantwortliche an der HU, Prof. Dr. Mohammad Gharaibeh. Mit Blick auf die Ideengeschichte lässt sich eindeutig belegen, dass es zwar Mechanismen der Kanonisierung gab, z.B. auf politischer Ebene einzelne Herrscher bestimmte Doktrinen durchsetzten, jedoch ist eine gewisse Zufälligkeit zu beobachten, welche Idee und welche Strömung sich überhaupt ins Gespräch bringen konnte oder gebracht wurde. Das bedeutet schlussendlich, dass der Islam nicht zwangsläufig so aussehen muss, wie er gegenwärtig überwiegend verstanden wird, sondern dass von der Tradition ausgeschlossene Wissensbestände heute wieder betrachtet werden können. Die Aussage „Das gehört nicht zum Islam.“, kann es in dieser Weise nicht geben.

Nur auf dieser Grundlage, so sind sich die Projektbeteiligten, Prof. Dr. Amir Dziri von der Universität Freiburg (Schweiz), Bacem Dziri, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M. und Prof. Dr. Gharaibeh einig, kann islamische Theologie und Theologiegeschichte zeitgemäß betrieben und weiterentwickelt werden.

Internationale Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen der islamischen Wissenschaften werden 26 Fallstudien vorstellen und mit Forscher:innen und Interessent:innen diskutieren.

Eine Publikation der Beiträge in einem Sammelband wird diese Arbeitsergebnisse dokumentieren und als Grundlage für zukünftige Studien dienen.

Termin und Anmeldung

Die Tagung wird als hybride Veranstaltung auf Englisch organisiert. Student:innen, Forscher:innen und Interessent:innen sind herzlich eingeladen via YouTube teilzunehmen. 

Um Ihnen die Zugangsdaten und das Programm zur Tagung zukommen zu lassen, wird um eine kurze Anmeldung via E-Mail gebeten.

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. 

Über die Projektwerkstatt

Die auf ein Jahr angelegte Projektwerkstatt "Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte" (Oktober 2020-21)  ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Berliner Instituts für Islamische Theologie, des Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam der Goethe-Universität Frankfurt am Main und des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft, Universität Freiburg i.Ü., das von der [Link] Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) ermöglicht wird.  Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die Stiftung Mercator.

Das Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT)

Das BIT nahm im Wintersemester 2019/20 den Studienbetrieb an der Humboldt-Universität zu Berlin auf. Die aktuelle Zahl der Studierenden liegt bei 180. Zum BIT gehören folgende Lehrstühle:

  1. Islamische Textwissenschaften (Koran und Hadith):
    Wintersemester 2021/22 Vertretung durch Dr. Nimet Seker
  2. Islamische Religionspädagogik und Praktische Theologie:
    Prof. Dr. Tuba Isik
  3. Islamisches Recht in Geschichte und Gegenwart:
    Prof. Dr. Serdar Kurnaz
  4. Islamische Glaubensgrundlagen, Philosophie und Ethik:
    Prof. Dr. Mira Sievers
  5. Islamische Ideengeschichte der postklassischen Periode (1200–1800): Prof. Dr. Mohammad Gharaibeh
  6. Vergleichende Theologie in islamischer Perspektive:
    Prof. Dr. Ufuk Topkara

Weitere Informationen

Konferenzseite mit Programm: Internationale Konferenz: Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte — Berliner Institut für Islamische Theologie (hu-berlin.de)

Projektseite BIT: Projektwerkstatt "Kanon und Zensur" — Berliner Institut für Islamische Theologie (hu-berlin.de)

Interview mit der AIWG: „Wir wollen die Kanonforschung auf die islamische Theologie übertragen" – AIWG – Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft

Pressemitteilung zum Projektbeginn: Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte — Presseportal (hu-berlin.de)

Seiten des Berliner Instituts für Islamische Theologie: www.islamische-theologie.hu-berlin.de

Kontakt

Dr. Sara Binay
Berliner Institut für Islamische Theologie

E-Mail: sara.binay@hu-berlin.de

 

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