Innovative Förderansätze für effektive Klimabildung - Empirische Studie zur Wirksamkeit von gamifizierten Lernangeboten an außerschulischen Lernorten

Auf einen Blick

Laufzeit
01/2024  – 12/2026
DFG-Fachsystematik

Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

Förderung durch

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Projektbeschreibung

Der Klimawandel stellt die Menschheit vor komplexe Herausforderungen. Für die Entwicklung zukunftsorientierter Lösungsansätze müssen junge Menschen mit den dafür notwendigen Kompetenzen (21st century skills) ausgestattet werden. Klimabildung als interdisziplinäre Aufgabe von Schule umfasst den Aufbau von Wissen, Kompetenzen und Einstellungen, die es ermöglichen, den Klimawandel zu verstehen, zu bewerten und aktiv Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen.
Klimapositives Handeln (Climate Action) wird auch von affektiven situationalen Faktoren wie Climate Agency, Interesse am Thema und Formen der emotionalen Betroffenheit. Diese Personen- und Situationsmerkmale interagieren in Lernsituationen und beeinflussen deren Wirksamkeit. Demnach setzt eine effektive Klimabildung voraus, dass förderliche Lernangebote für Schüler:innen affektiv wirken.
Lernangebote im Sinne von Place-Based Education (PBE) veranschaulichen Auswirkungen des Klimawandels, indem sie (1) Auswirkungen im unmittelbaren lokalen Kontext hervorheben, (2) den Zusammenhang zwischen Klimaauswirkungen und menschlichen Verhaltensentscheidungen durch systembasierte Erklärungen herstellen und (3) spezifische Maßnahmen bereitstellen, damit umzugehen. Damit wird der PBE eine positive Wirkung auf die Selbstwirksamkeit von Lernenden zugeschrieben.
Ziel des Dissertationsprojekts ist ein theoriebasiert und kriteriengeleitet entwickeltes Lernangebot zur effektiven Klimabildung im außerschulischen Kontext hinsichtlich dessen Wirkung auf Personenmerkmale wie Einstellungen und Wissen zum Klimawandel, emotionale Betroffenheit und psychologische Distanz zum Klimawandel zu untersuchen. Zudem wird die Person-Situations-Interaktion bei der Nutzung des Lernangebotes prozessbezogen analysiert.
Dafür wird das Lernangebot im Rahmen einer Intervention auf dessen Wirksamkeit zur Förderung von Climate Action durch eine Datenerhebung im Prä-Post-Design mit ergänzenden Mikrolängsschnitten (N = 1000) und Einzelinterviews mit Schüler:innen (N = 50) untersucht. Mit Hilfe von Mehrebenenanalysen und Strukturgleichungsmodellen werden Zusammenhänge zwischen den Personen- und Situationsvariablen untersucht. Über Gruppenbildung auf Basis der Personenvariablen wird die Stichprobe hinsichtlich Gruppenunterschieden in den Situationsvariablen verglichen, um entsprechende Gruppen näher zu charakterisieren.
Durch die theoriebasierte Entwicklung des Lernangebotes und die detaillierte Analyse der Person-Situations-Interaktion können Aussagen über dessen Wirksamkeit auf die Förderung von Aspekten der Climate Action getroffen werden und somit relevante Elemente für eine effektive Klimabildung abgeleitet werden. Die Befunde finden im Transfer direkte Verwendung in der Entwicklung von Lehrkräftefortbildungen und der Einbindung in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden und werden so in Verbindung mit dem Lernangebot disseminiert.

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