Topoi [in]Stability

Stabilität und Instabilität in den Gesellschaften des Altertums

Der Exzellenzcluster Topoi [in]Stability richtet seinen Fokus auf Stabilität und Instabilität in den Gesellschaften des Altertums. Untersucht werden damit die treibenden Momente gesellschaftlicher Entwicklung in einem Zeitraum von insgesamt 11.000 Jahren – vom 10. Jahrtausend v. Chr. bis zum 9. Jahrhundert n. Chr. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 35 zumeist altertumswissenschaftlichen Disziplinen analysieren die Wechselwirkungen stabiler und instabiler Bedingungen beispielsweise in Politik, Religion, Wirtschaft und Wissen. Diese Perspektive ­ermöglicht ein umfassendes und neuartiges Verständnis früher Gesellschaften. Im Cluster kooperieren neben den Trägerinstitutionen – der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin – die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Deutsche Archäologische Institut, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Topoi [in]Stability baut auf zehnjähriger Erfahrung in fächer- und institutionenübergreifender Forschung auf, die im Exzellenzcluster Topoi. The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilization durchgeführt wurde und maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Berlin heute einer der weltweit herausragenden Forschungsstandorte für Altertumswissenschaften ist.

Das komplexe Gefüge zwischen stabilen und instabilen Zuständen lässt sich im Altertum aufgrund der Vielfalt von Gesellschaftsformen und der reichhaltigen Überlieferung exemplarisch in der longue durée nachvollziehen. Auch Vergleiche mit gegenwärtigen Entwicklungen werden so möglich. „Der Cluster geht von der Annahme aus, dass einzelne gesellschaftliche Bereiche – etwa Politik, Wirtschaft, Sprache und Wissensformationen – in mannigfaltiger Weise und zu unterschiedlichen Zeiten stabil oder instabil sein können. Und auch die Wahrnehmung von Stabilität und Instabilität unterscheidet sich stark – bei den Akteuren in antiken Gesellschaften wie bei Forscherinnen und Forschern heute“, sagt Monika Trümper, Professorin für Klassische Archäologie an der Freien Universität Berlin und Sprecherin des Clusters. Der Cluster berücksichtige daher Narrative von Stabilität und Instabilität ebenso wie antike und moderne modell- und theoriegestützte Bewertungen.

Durch die Arbeit des Clusters Topoi. Space and Knowledge hat sich in Berlin in den vergangenen zehn Jahren eine ganz neuartige Qualität der Zusammenarbeit in den Altertumswissenschaften etabliert, die Topoi [in]Stability weiterentwickeln wird. Die Forschungsarbeit im Cluster tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Universitäten und der vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Sie vertreten eine große Bandbreite altertumswissenschaftlicher Disziplinen; auf innovative Weise werden zudem Natur- und Sozialwissenschaften einbezogen.

„Neue Wege beschreitet der Cluster auch im Bereich Digitalisierung“, sagt Gerd Graßhoff, Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecher des Clusters: „Topoi [in]Stability setzt mit einem eigenen Bereich ,Knowledge Exchange‘ Standards im Bereich des elektronischen Publizierens. Forschungsergebnisse können in einer eigenen Reihe, der Edition Topoi, weltweit frei zugänglich elektronisch publiziert werden. Das gilt auch für Forschungsdaten des Clusters, die hier zitierfähig veröffentlicht werden – das ist einmalig in den Geisteswissenschaften.“

Eine wichtige Aufgabe des Clusters wird darin liegen, mit seinen Forschungen zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen beizutragen, etwa zur Krise von Staatsformen wie der Demokratie, zu Fragen der Migration, zur Entstehung kriegerischer Konflikte und zur Umweltzerstörung. „Im Bereich ,Knowledge Exchange‘ werden Forschung und Wissenschaftskommunikation in neuartiger Weise verknüpft“, sagt Monika Trümper. „Über die Wissenschaft hinaus werden wir mit Ausstellungen, Veranstaltungen und elektronischen Medien gezielt auch ein breiteres Publikum ansprechen.“

Sprecherin und Sprecher

Prof. Dr. Monika Trümper (Freie Universität Berlin)

Prof. Dr. Gerd Graßhoff (Humboldt-Universität zu Berlin)

Antragstellende Hochschulen

Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin

Wichtigste Kooperationspartner:


  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • Deutsches Archäologisches Institut, Berlin
  • Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
  • Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
  • Technische Universität Berlin
  • Internationale Institutionen wie Leiden University, University College London, New York University, Russische Akademie der Wissenschaften St. Petersburg

Weitere Informationen

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