Exzellenz in der Wissenschaft – Universität für die Gesellschaft

Verschiedene Persönlichkeiten haben die Entwicklung der Humboldt-Universität und die Wissenschaft national und international entscheidend geprägt. Exzellente Wissenschaftler*innen mit einem großem Verantwortungsgefühl und hohem Engagement für die Gesellschaft, aber auch herausragende Forscher*innen mit problematischen Biografien. Die Ausstellung “Exzellenz in der Wissenschaft – Universität für die Gesellschaft”denkt den Erinnerungsort im Hauptgebäude vor dem Senatssaal nach konstruktiver Auseinandersetzung neu.

Tradition und Anspruch der Humboldt-Universität

Erinnerung ist immer kontrovers und sollte es bleiben. Die 1810 eröffnete Universität zu Berlin, seit 1827 als Königliche Friedrich-Wilhelms-Universität weltweit bekannt, seit 1948 Humboldt-Universität zu Berlin genannt, hat ihren Lehrenden wie Studierenden ein so bedeutsames wie spannungsreiches Erbe hinterlassen. Das ist nach ihrer Geschichte in sieben politischen Systemen, preußisch, norddeutsch und reichsdeutsch, in der Republik, unter der NS-Herrschaft, als Hauptstadtuniversität der DDR und heute im vereinten Deutschland auch nicht überraschend. Die Humboldt-Universität hat 1948 ihren eigenen Anspruch mit der Berufung auf ihre Namensgeber neu bekräftigt und sich nach 1990 als Reform-Universität im Zeichen der Exzellenz definiert. Hier, in ihrem Hauptgebäude, zeigt sie der Öffentlichkeit, auf welche Traditionen in Forschung und Lehre sie sich berufen will.

Bis 2022 standen die 29 Nobelpreisträger, die mit der Universität verbunden waren, im Zentrum der Erinnerung. Sie wurden in einer Porträtgalerie an diesem Ort gewürdigt, an dem nun die universitäre Erinnerung erweitert werden soll. Der Anspruch einer Forschungsuniversität, schon vom Gründer Wilhelm von Humboldt formuliert, bleibt klar erkennbar erhalten. Wir dokumentieren die Leistung der Universität und ihrer Mitglieder für ihre gesamte Geschichte und für die Praxis aller Disziplinen.

Gleichzeitig machen die Humboldt-Universität zu Berlin damit sichtbar, dass sie nie ein weltabgewandter Elfenbeinturm, sondern immer Teil der Gesellschaft war. Sicherlich, das geschah auch in problematischen Bündnissen, denkt man an militaristische und rassistische Forschung, an die Beteiligung an der nationalsozialistischen Genozidplanung oder die Legitimation diktatorischer Herrschaft. Das wurde auch in der Ausgrenzung unerwünschter Gruppen praktiziert, wie sie z.B. Juden und Jüdinnen, Frauen, Katholiken und Katholikinnen oder politische Dissidenten und Dissidentinnen erlebt haben. Im Blick auf Lehre und Forschung, auf die Leistung der Studierenden wollen wir jetzt – exemplarisch, aber erweiterungsoffen für die Zukunft – vor allem zeigen, welche produktiven Impulse für die Gestaltung und Erneuerung von Staat und Stadt, Kultur und Politik, Wissenschaft und Gesellschaft von der Universität zu Berlin ausgegangen sind.

Ausstellungsort

Humboldt-Universität zu Berlin
1. Etage vor dem Senatssaal, direkt über dem Foyer im HU-Hauptgebäude
Unter den Linden 6
10117 Berlin