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Herausragende Berliner Wissenschaft

Sieben Exzellenzcluster in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder bewilligt

Insgesamt sieben Exzellenzcluster sind von der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin im Forschungswettbewerb Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder eingeworben worden. Die interdisziplinären Forschungsvorhaben werden von 2019 an für sieben Jahre jeweils mit jährlich bis zu zehn Millionen Euro gefördert, wie heute in Bonn bekannt gegeben wurde. Eine Verlängerung der Förderung um weitere sieben Jahre ist auf Basis eines Fortsetzungsantrages möglich. Insgesamt hatten die Einrichtungen neun Anträge eingereicht. Mit diesen Entscheidungen ist auch die Voraussetzung für den geplanten gemeinsamen Verbundantrag der vier Einrichtungen in der Exzellenzstrategie erfüllt.

 

Die Präsidentin und die Präsidenten der beteiligten Berliner Universitäten und der Vorstandsvorsitzende der Charité erklärten: „Die Bewilligung von sieben Clustern in der Exzellenzstrategie ist ein großartiger Erfolg für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für die Forschung im Verbund sowie für den Wissenschaftsstandort Berlin. Wir sind fest davon überzeugt, dass unsere wissenschaftliche Expertise dazu beitragen wird, wegweisende Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden.“ Die Leitungen der Universitäten und der Charité danken allen an den Anträgen Beteiligten für ihr großes Engagement. Schon jetzt habe dieses maßgeblich zur Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandorts Berlin beigetragen.

 

Die Projekte im Einzelnen 

 

MATH+

Wie Berliner Mathematik die Zukunft gestaltet

 

Mit dem Forschungszentrum der Berliner Mathematik MATH+ entsteht ein institutionen- und disziplinübergreifender Exzellenzcluster, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Ansätze in der anwendungsorientierten Mathematik erforschen und weiterentwickeln wollen. Im Fokus stehen mathematische Grundlagen zur Nutzung immer größerer Datenmengen in den Lebens- und Materialwissenschaften, der Energie- und Netzwerkforschung oder den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ziel ist es, neben wissenschaftlichen Fortschritten auch technologische Innovationen und ein umfassendes Verständnis sozialer Prozesse zu forcieren. MATH+ wurde von den drei großen Berliner Universitäten – Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Technische Universität Berlin – gemeinsam beantragt und bindet das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik sowie das Zuse-Institut Berlin konzeptionell wie strukturell ein. Es schreibt die Erfolgsgeschichten des renommierten Forschungszentrums MATHEON und der Berlin Mathematical School fort, die seit 2006 durch die Exzellenzinitiative gefördert wird.

 

Sprecher: Prof. Dr. Christof Schütte (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Michael Hintermüller (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Martin Skutella (Technische Universität Berlin)

Antragstellende Hochschulen: Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin

 

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Matters of Activity: Image Space Material

Eine neue Kultur des Materialen

Der Cluster Matters of Activity hat das Ziel, Grundlagen für eine neue Kultur des Materialen zu schaffen. Die zentrale Vision des Projekts ist es, Bilder, Räume und Materialien als aktive Bauformen einer neuen symbolischen und physischen Realität zu entwickeln, in der sich Natur und Kultur in neuartiger Weise verschränken. In diesem Zusammenhang ist die interdisziplinäre Erforschung und Entwicklung von nachhaltigen Prozessen und Strukturen ein zentrales Anliegen in allen Bereichen visuell-materialer Prägung wie Wearables, Werkstofftechnik, Medizintechnik, Logistik, Architektur und Robotik. Mehr als 40 Disziplinen untersuchen systematisch Designstrategien für Materialien und Strukturen, die sich spezifischen Anforderungen und Umgebungen anpassen. Der Cluster setzt auf eine neue Rolle von Gestaltung, die sich vor dem Hintergrund eines wachsenden Reichtums und der stetigen Weiterentwicklung von Materialien und Visualisierungsformen in allen Disziplinen abzeichnet.

 

Sprecher: Prof. Dr. Wolfgang Schäffner (Humboldt-Universität zu Berlin)

Antragstellende Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin

 

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NeuroCure

Neue Perspektiven in der Therapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen

 

Der neurowissenschaftliche Exzellenzcluster NeuroCure wird bereits seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Charité – Universitätsmedizin Berlin gefördert und kann nun seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Die Erforschung von neurologischen sowie psychiatrischen Krankheitsmechanismen und die Übertragung grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in klinisches Handeln, kurz: Translation, stehen im Zentrum des interdisziplinären und internationalen Konsortiums. NeuroCure wird sich in Zukunft mit Projekten aus dem gesamten Lebensbereich – von der embryonalen Entwicklung bis ins hohe Alter – beschäftigen und neue innovative Module etablieren, die den Translationsprozess beschleunigen.

NeuroCure ist an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der gemeinsamen medizinischen Fakultät von Freier Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin – angesiedelt und kooperiert eng mit verschiedenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

 

Sprecher: Prof. Dr. Dietmar Schmitz (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Antragstellende Hochschulen: Freie Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin als Trägerinnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin

 

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Science of Intelligence (SCIoI)

Intelligenz verstehen lernen

 

Im Mittelpunkt von Science of Intelligence, einem gemeinsamen Exzellenzcluster der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, steht ein besseres Verständnis von Intelligenz in all ihren Facetten: Welche fundamentalen Gesetze und Prinzipien liegen unterschiedlichen Formen von Intelligenz zugrunde – sei es künstliche, individuelle oder kollektive Intelligenz? Ihre Forschungsergebnisse wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedensten Disziplinen – von der Psychologie, über Robotik, Informatik bis hin zur Philosophie und Verhaltensforschung – nutzen, um neue intelligente Technologien zu schaffen. Die methodische Strategie des Clusters ist dabei ein neuartiger Ansatz in der Intelligenzforschung, bei dem sämtliche Erkenntnisse, Methoden, Konzepte und Theorien in technologische Artefakte einfließen müssen, beispielsweise Roboter oder Computerprogramme. Diese Artefakte dienen als gemeinsame „Sprache”, die einen wissenschaftlichen Austausch über disziplinäre Grenzen hinweg ermöglichen soll.

 

Sprecher: Prof. Dr. Oliver Brock, Technische Universität Berlin

Antragstellende Hochschulen: Technische Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin

 

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Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS)

Weltweite Herausforderungen für liberale Demokratie und Marktwirtschaft als Ordnungsmodell

 

Nach dem Ende des Kalten Krieges schien sich die liberale Demokratie endgültig durchgesetzt zu haben. Doch 25 Jahre später befindet sich das liberale Ordnungsmodell in einer tiefen Krise. Autoritäre Machthaber wie der russische Präsident Wladimir Putin, der ungarische Staatschef Viktor Orbán, der Generalsekretär der kommunistischen Partei Chinas Xi Jinping und nichtstaatliche Gewaltakteure wie der Islamische Staat positionieren sich offensiv als Gegenspieler dieses Ordnungsmodells. Zugleich erstarken innerhalb liberaler Gesellschaften rechtspopulistische Bewegungen wie die Partei AfD in Deutschland, die die Grundfeste der liberalen Ordnung attackieren. Transnationale Netzwerke von autoritären Machthabern und Populisten verbinden diese Akteure. In dem Cluster Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS) werden die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die liberale Ordnung aus historischer, globaler und vergleichender Perspektive betrachtet. Welche Ursachen haben die aktuellen Auseinandersetzungen um das liberale Skript, und wie unterscheiden sie sich von früheren Krisen? Welche Auswirkungen ergeben sich für die Demokratie und die globalen Probleme des 21. Jahrhunderts?

 

Sprecherin und Sprecher: Prof. Dr. Tanja Börzel (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Michael Zürn (Wissenschaftszentrum Berlin)

Antragstellende Hochschule: Freie Universität Berlin

 

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Temporal Communities – Doing Literature in a Global Perspective

Ein neues Verständnis von Literatur über Zeiten, Kulturgrenzen und Medien hinweg

 

Ziel des Clusters Temporal Communities – Doing Literature in a Global Perspective ist es, die Konzeption von Literatur in globaler Perspektive grundlegend neu zu denken. Dazu ist es nötig, traditionelle Rahmenkategorien der Literaturgeschichte wie ,Nation‘ und ,Epoche‘ zu überwinden. In globaler Perspektive erkennen wir Literatur als ein Phänomen, das in der Zeit wirkt und durch die Zeit. Damit stellt die global verstandene Literatur traditionelle Kultur- und Sprachgrenzen in Frage. Als globales Phänomen zeigt Literatur ein vielfältigeres Gesicht, weil sie immer in Austausch mit anderen Künsten und kulturellen Praktiken steht. Es geht nicht mehr um das traditionelle Bild der großen Dichter und kanonischen Werke, sondern um die Fähigkeit von Literatur, Gemeinschaften (communities) durch die Zeit zu stiften, die die Konzeption des Literarischen sprengen, wie sie die westlichen Gesellschaften der Moderne entwickelt haben.

 

Sprecherin und Sprecher: Prof. Dr. Anita Traninger (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Andrew James Johnston (Freie Universität Berlin)

Antragstellende Hochschule: Freie Universität Berlin

 

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Unifying Systems in Catalysis (UniSysCat)

Katalyse-Netzwerke verstehen und nutzen lernen

 

Mehr als 85 Prozent aller Produkte kommen im Laufe der Produktion in Kontakt mit einem Katalysator. Katalyseforschung gilt daher nicht nur als eines der wichtigsten Forschungsgebiete in der Chemie, sie ist auch der wesentliche Treiber für die „grüne Chemie“, die auf Nachhaltigkeit und Ressourcen-Schonung setzt. Der von der Technischen Universität Berlin beantragte Exzellenzcluster UniSysCat wird hier eine Schlüsselposition in Deutschland einnehmen und kann dabei auf zehn Jahre hervorragende Arbeit von UniCat aufbauen, dem Vorgängercluster aus der Exzellenzinitiative. Einzelne katalytische Reaktionen sind bereits gut erforscht. Jetzt geht es darum, Reaktionsnetzwerke in der chemischen und biologischen Katalyse in Raum und Zeit zu entschlüsseln, damit diese dann kontrolliert und vor allem auch simuliert werden können. Welche Schlüsselparameter ermöglichen und steuern chemokatalytische und biokatalytische Netzwerke? Wie können chemische und/oder biologische Prozesse gekoppelt werden, um katalytische Systeme mit neuen Funktionen zu schaffen? Das sind die zentralen Forschungsfragen von UniSysCat.

 

Sprecher: Prof. Dr. Matthias Driess (Technische Universität Berlin), Prof. Dr. Arne Thomas (Technische Universität Berlin), Prof. Dr. Peter Hildebrandt (Technische Universität Berlin)

Antragstellende Hochschule: Technische Universität Berlin


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Pressekontakte

 

Goran Krstin

Pressesprecher des Präsidenten

Freie Universität Berlin

Telefon: +49 30 838-731 06

E-Mail: goran.krstin@fu-berlin.de

 

Hans-Christoph Keller

Sprecher der Humboldt-Universität zu Berlin

Telefon: +49 30 2093-2345

E-Mail: pr@hu-berlin.de

 

Stefanie Terp

Pressesprecherin

Technische Universität Berlin

Telefon: +49 30 314-23922

E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de

 

Manuela Zingl

Pressesprecherin

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Telefon: +49 30 450 570 400

E-Mail: presse@charite.de

 

Hinweis

Pressebilder werden Medienvertretern gern auf Nachfrage zur Verfügung gestellt

 

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