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Präsidentin zu den aktuellen Herausforderungen für die Lehre

by Abteilung Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement posted on 27.03.2020 20:45 last modified 27.03.2020 20:45

Liebe Mitarbeitende, liebe Studierende,

wir sind in der ersten Woche des Präsenznotbetriebes der HU. Für viele von Ihnen ist es bereits die zweite Woche im Homeoffice. Ob vor Ort oder zu Hause - alle sortieren sich neu und diese Phase ist eine enorme Herausforderung für alle Mitglieder der Universität. Ich danke Ihnen, auch im Namen des gesamten Präsidiums, sehr für Ihr Verständnis, Ihre Geduld und Ihr übergroßes Engagement für die Umsetzung der relevanten Prozesse und Aufgaben. 

Lehre und Forschung sind die Kernaufgaben der Universität – und die Organisation der Lehre ist aktuell eine besondere Herausforderung. An allen Berliner Hochschulen stellen sich Lehrende in diesen Tagen dieselben Fragen: Wie wird das Sommersemester stattfinden und wie wird es gewertet? Wie stellen wir die Lehre digital auf? Wie organisiere ich mein nächstes Seminar oder meine nächste Vorlesung? Fragen, die auf Antworten warten, während Kinder bekocht und Tränen getrocknet werden müssen, Freunde und Familienangehörige besondere Unterstützung brauchen, die eigene Gesundheit auch gerade nicht die stabilste ist und die Telefonkonferenz immer wieder zusammenbricht. Wir wissen sehr wohl, welche Schwierigkeiten sich auftürmen und dass diese vielen Vieles abverlangen.

Diese Erfahrungen vor Augen fordert nun eine Gruppe von Lehrenden, dass das Sommersemester zwar stattfinden, aber nicht gewertet werden soll. Ich rate dringend davon ab. Eine solche Entscheidung würde nicht nur zur Unterbrechung der Bildungskette führen, sondern auch zu erheblichen organisatorischen und finanziellen Problemen, nicht zuletzt für die Studierenden. Ein volles Sommersemester ist eine Illusion, da sind wir sicher alle einig. Aber wie das Sommersemester zu einem „Flexi- und Experimentier-Semester“ umgebaut werden kann, das müssen wir miteinander abstimmen. Ich bin der Überzeugung: besser ein halbes Semester als gar keines. Wir sollten jetzt nicht die Segel streichen, sondern aus der Notsituation das Beste herausholen. Es ist wichtig und richtig, dass wir erproben und ausprobieren, was geht. Da gibt es vieles, was noch nicht gut klappt und vielleicht auch noch eine Weile braucht. Ich denke an die schwierige Situation, in der sich viele unserer Studierenden befinden, an die unzureichenden Netz-Kapazitäten, fehlende Kolleg*innen und die finanziellen Kalamitäten. Trotzdem sehe ich es als unsere Verpflichtung an, allen Studierenden, die eine Teilnahmemöglichkeit haben, die entsprechenden Strukturen und eine angemessene Betreuung zu bieten. 

In diesem Sinne argumentiert auch die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten (LKRP) der Berliner Hochschulen, die sich klar gegen ein „Nicht-Semester“ ausgesprochen hat.

Wir werden als Universitätsleitung an Hardware und Netzkapazität, an Tools etc. alles bereitstellen, was irgendwie verfügbar ist. Der Computer- und Medienservice (CMS) hat in den vergangenen Tagen engagiert daran gearbeitet:

CMS-Dienste für Kollaboration und Homeoffice

„Lehre online bringen“ – Informationen zur Digitalen Lehre an der HU

Die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof. Ines Obergfell, hat vor anderthalb Wochen die Beschaffung der notwendigen Hard- und Software in Auftrag gegeben.

Trotz der bundesweit großen Nachfrage und diversen Lieferengpässen ist Ende vergangener Woche die erste große Hardwarelieferung (Logitech Connect, Webcams, Headsets) im CMS eingetroffen. Sie wird jetzt an die Fakultäten verteilt.

Das CMS-Team ist im Moment mit Hochdruck dabei, verschiedene Lösungen zu prüfen und zu testen, um virtuelle Arbeitsräume und Webinars zu etablieren. Darüber hinaus arbeiten die Kolleg*innen am Ausbau der Speicher- und Netzkapazitäten.

Und um alle Lehrenden in die Lage zu versetzen, die vorgesehenen Hardware- und Softwarelösungen für die Aufzeichnung und das Streamen von Lehrveranstaltungen zu nutzen, bereitet das bologna.lab verschiedene Schulungsangebote vor. Lehrende können sich über hu.berlin/digitale-lehre ein Bild von allen Angeboten machen.

Wenn Sie mit eigenen, zusätzlichen Ideen und Konzepten zum Ausbau der digitalen Lehrformate an der HU beitragen können und wollen, dann schicken Sie Ihre Vorschläge an moodle-support@hu-berlin.de.

Wir haben an der Humboldt-Universität in den vergangenen Jahren wichtige Pilotprojekte im Bereich der Digitalisierung sehr erfolgreich durchgeführt. Jetzt müssen die gesammelten Erfahrungen in die Breite getragen werden. Unterstützung kommt vom Land. Mit 10 Millionen Euro unterstützt die Politik die Hochschulen in ihren aktuellen Digitalisierungsanstrengungen.

Lassen Sie uns im Interesse unserer Studierenden das Beste aus dem Sommersemester 2020 machen!

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Sabine Kunst
Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin