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Jugendliche begeistert für Europa

Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
22.10.2004

Jugendliche begeistert für Europa

Von Alexandra Ganceva

Schule und Hochschule einander näher bringen: Mit diesem Ziel haben berlinpolis e.V. und die Humboldt-Universität den ersten Schülercampus in Berlin veranstaltet. Beteiligt waren 29 Schülerinnen und Schüler - davon die Hälfte Schülerstipendiaten des Programms START der gemeinnützigen Hertie Stiftung, mit dem begabte Zuwandererkinder gefördert werden. Projektarbeit, Präsentationsmethodik und Medienkompetenz standen auf dem Programm des Schülercampus. Das Programm für 2002 wurde in Hessen ins Leben gerufen und ist kürzlich auch in Berlin eingeführt worden.

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Was passiert, wenn Schüler aus ganz Deutschland zusammenkommen, um sich mit der Zukunft Europas zu beschäftigen? Spannende und lebhafte Diskussionen, interessante Projektarbeit und kreative Präsentationen - diese Schlagwörter fassen die Atmosphäre während des Junior Campus 2004 "Fit für die Zukunft - Europa ohne Grenzen" gut zusammen. Als eine der Teilnehmerinnen fühlte ich diese Atmosphäre vom ersten Tag an.

Die Themen der Projektgruppen "EU-Osterweiterung", "Die Rolle der EU in der Welt" und "Europa 2020" sorgten für einen lebhaften Meinungsaustausch. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, verschiedene Szenarien zu entwickeln. Die Abschlusspräsentationen waren ausgesprochen kreativ gestaltet: So haben wir uns die Ergebnisse der Gruppe "Osterweiterung" in Form von TV-Nachrichten angeschaut, in denen uns die Reporter von der Situation in verschiedenen Gebieten des Europas der Zukunft "live" berichtet haben. Bei der Ergebnispräsentation meiner Gruppe "Europa 2020" konnte das Publikum an einem Gerichtsprozess teilnehmen, bei dem die Europäische Union angeklagt wurde. Während die Ankläger das Publikum davon überzeugen wollten, dass es in der Zukunft lediglich bei der Wirtschaftsgemeinschaft bleiben wird, schwärmten die Verteidiger von einer großartigen Vision eines vereinten Europas mit vielen plebiszitären Elementen und einem starken Parlament.

Das Programm wurde von Vorträgen interessanter Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft begleitet. Sei es Cem Özdemir von den Grünen, Jutta Croll von der Stiftung Digitale Chancen oder Leonard Novy von der University of Cambridge - sie alle waren für unsere Fragen offen. Wir hatten auch die Chance, Institutionen, wie die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Auswärtige Amt, zu besuchen und dort ganz in die Themen Europas und der EU einzutauchen.

Bei einer Studienberatung gab es viele wertvolle Ratschläge für die Zeit nach dem Abitur. Eine Weisheit habe ich mir besonders gemerkt: "Nur wenn jemand selber brennt, kann er bei anderen das Feuer entfachen." Ich bin mir sicher, dass wir, wo unsere Wege auch hinführen, versuchen werden, unser Feuer an die anderen mit Leidenschaft weiterzugeben, damit Europa weiter in Bewegung bleibt. Denn wer sonst soll das tun, wenn nicht die jungen Europäer - die Zukunft Europas.

Alexandra Ganceva (19) wurde in Moldawien geboren, lebt seit 2001 in Hessen und ist START-Stipendiatin.

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22.10.2004
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