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Nur jeder Hundertste lebt allein vom Bafög

Woher nehmen? <br />
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Die meisten Studenten, mehr als 90 Prozent, bestreiten ihren
Lebensunterhalt mittels der drei klassischen Einkommensformen: Eltern,
Bafög oder Nebenjob. Nur ein Bruchteil kann laut der Sozialerhebung des
Studentenwerkes auf ein Stipendium zurückgreifen oder finanziert sich
über einen Studienkredit. Immerhin 18 Prozent nutzen eine vorher
angesparte Summe. Fast alle erhalten jedoch einen Grundbetrag von ihren
Eltern. Zudem stieg in den vergangenen Jahren die Zahl der Berliner
Bafög-Empfänger auf 23 Prozent. Im Durchschnitt bekommen diese
Studierenden vom Staat rund 378 Euro. Doch selbst, wenn sie den
Höchstsatz erhalten – allein vom Bafög kann nur jeder hundertste
Student leben. Rund zwei Drittel der Studierenden sind zusätzlich auf
einen Nebenjob angewiesen. Dabei tragen sie mit 391 Euro pro Monat in
Berlin mehr zu ihrem Lebensunterhalt bei, als im Bundesdurchschnitt
(325 Euro). <br />
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Wofür ausgeben? <br />
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Berliner Studierende geben rund 790 Euro im Monat aus. Das sind zwanzig
Euro mehr, als der deutsche Durchschnittsstudent monatlich ausgibt.
Davon müssen alle anfallenden Kosten gezahlt werden – wie die Miete,
Lebensmittel, Kleidung, Versicherung, Semesterbeitrag, Bücher und
Kopien. Auffällig dabei: Studenten geben wieder mehr Geld für
Lebensmittel aus. Die meisten rechnen zwischen 30 und 50 Euro pro Woche
für Essen ein, obwohl rund 70 Prozent der Berliner Studierenden
regelmäßig in die Mensa gehen. Der größte Einzelposten ist die Miete,
die mit 272 Euro zu Buche schlägt, ebenfalls etwas mehr als der
Bundesdurchschnitt – jedoch deutlich weniger als in anderen Großstädten
wie München oder Hamburg. Im Städtevergleich der Mietkosten liegt
Berlin auf dem zehnten Platz. Als preiswert im nationalen Vergleich
gelten in Berlin auch die Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel und
für das eigene Auto. <br />
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Arm und Reich? <br />
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Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch an der Universität weit
auseinander. Rund ein Viertel der Studierenden muss mit weniger als 600
Euro im Monat auskommen, während ein weiteres Viertel über 890 Euro
verfügen kann. Die „ärmeren“ Studenten finden sich vor allem in den
Wohnheimen. Studienanfänger sind häufiger arm als höhere Semester. Auch
ist der Anteil des Elternbeitrages stark von der sozialen Herkunft
abhängig. Nur rund die Hälfte der Studenten mit niedriger sozialer
Herkunft erhalten Bafög. Dies wiederum erhöht die Zahl derer, die sich
durch Nebenjobs finanzieren. Berlin lässt die Unterschiede noch stärker
hervortreten als andere Universitätsstädte. Die Zahl der Studierenden
aus gehobeneren Schichten ist in der Hauptstadt mit fast 70 Prozent
besonders hoch. Dagegen ist die Zahl der Studierenden aus der
Mittelschicht in den vergangenen Jahren immer stärker rückläufig. sök