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Einstein Center Digital Future eröffnet

Berlin wird zum Hotspot digitaler Forschung
Gruppenfoto der Eröffnung

Das Einstein Center Digital Future wurde am Montag eröffnet.
Abbildung: Kay Herschelmann

„Mit der Eröffnung des Einstein Zentrums Digitale Zukunft stellen wir heute die besondere Leistungskraft und Innovationsfähigkeit unserer Stadt unter Beweis. Hier ziehen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an einem Strang, um die Brain City Berlin zu einem international führenden Hotspot der Digitalisierung zu machen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei der offiziellen Eröffnung des Einstein Center Digital Future (ECDF) am Vormittag des 3. Aprils 2017 im Robert-Koch-Forum in der Wilhelmstraße 67 in Berlin-Mitte. 50 neue Professuren werden im Kernbereich Digitale Infrastruktur, Methoden und Algorithmen sowie in den Innovationsbereichen Digitale Gesundheit, Digitale Gesellschaft und Geisteswissenschaften sowie Digitale Industrie und Dienstleistungen eingerichtet. Insgesamt fließen 38,5 Millionen Euro in das Projekt.

Stellvertretend für die antragstellenden Institutionen Universität der Künste Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Freie Universität Berlin mit der gemeinsamen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin, sagte Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der Sprecherhochschule Technische Universität Berlin: „Wir haben innerhalb kürzester Zeit ein Projekt geschaffen, das schon jetzt international Aufmerksamkeit bekommt. Digitalisierung ist schnell, vielfältig, für manche bedrohlich und chancenreich. Mit unserem Einstein Center wollen wir Antworten finden an den Schnittstellen der Disziplinen und möchten den Bürgern einen Anlaufpunkt geben, um Auswirkungen der Digitalisierung kennenzulernen, an ihr teilzuhaben und mit unseren Wissenschaftlern zu diskutieren. Ich bin sehr stolz, dass die vielen Berliner Institutionen an einem Strang gezogen haben. Ich danke auch der Politik, die uns viele Wege eröffnete. Dieses Berliner Projekt wird Schule machen und ist ein gutes Beispiel für unser gemeinsames Vorangehen in der Wissenschaft.“ Der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung Berlin Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock betonte die neuen Möglichkeiten, die das ECDF hinsichtlich der direkten Überführung „von Invention in Innovation“ bietet. Zugleich stellte er auch die besondere Verantwortung für das „Public Engagement“ heraus, der das Einstein Center Digital Future gerecht wird: „Hier werden neue Formen entwickelt für das Mitnehmen der Menschen, die sich nicht unmittelbar und ständig mit dem Thema unseres Forschungsansatzes auseinandersetzen, die aber dennoch an der Reise in eine digitale Zukunft beteiligt werden müssen. Denn es ist eine Zukunft nicht nur für uns in der Forschung und für diejenigen in der Industrie, sondern es ist auch Zukunft für unsere Bevölkerung“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock.

Public-private-Partnership

Der Vorstandssprecher des neuen Zentrums, Prof. Dr. Odej Kao von der Technischen Universität Berlin, erinnerte sich in seiner Ansprache: „Es sind genau 588 Tage vergangen, seit wir am 24. August 2015 das erste Mal zusammensaßen. Damals entwickelten wir die Idee des Public-private-Partnership-Models. Bis jetzt konnten wir dafür 38,5 Millionen Euro sammeln. Das Robert-Koch-Forum wird sich zu einem herausragenden Symbol für die Digitale Agenda Berlins entwickeln. Wir haben das Wesen der Digitalisierung als Vernetzung verstanden. Unser wissenschaftliches Programm setzt auf Austausch zwischen den Kernmethoden der IT und den Innovationsbereichen Digitale Gesundheit, Digitale Gesellschaft und Geisteswissenschaften sowie Digitale Industrie und Dienstleistungen. Unsere Governance berücksichtigt diese unterschiedlichen Kulturen und Betrachtungswinkel und wird dafür sorgen, dass die vorhandenen Mittel ausschließlich in interdisziplinäre Projekte fließen.“

Die Größenordnung der Allianz zwischen öffentlichen Körperschaften sowie Stiftern und Unterstützern ist für den Wissenschaftsstandort Berlin bisher einmalig. Möglich machen dieses Projekt zahlreiche Partner aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik. So sind auch acht außeruniversitäre Forschungseinrichtungen am ECDF beteiligt: das Berlin Institute of Health, das Fraunhofer-Institut FOKUS, das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik – Heinrich-Hertz-Institut, das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, die Physikalisch Technische Bundesanstalt und das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin. Zum Verbund gehören ebenso das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die jeweils eine Professur finanzieren. Für die gemeinsamen Berufungen mit den Universitäten stellen die Forschungseinrichtungen 8,5 Millionen Euro bereit. Auch das Land Berlin engagiert sich stark. Es gibt pro eingeworbenem Euro aus Unternehmen 50 Cent hinzu. Begleitet wurde die Eröffnung von einer Ausstellung, die Visionen des ECDF erlebbar machte. Eine Auswahl beteiligter Forschungsprojekte, Unternehmen und Start-ups stellten ihre Ideen für die digitale Zukunft vor: animierte Saurier liefen durch die Räumlichkeiten, ausgedruckte Herzklappen waren zu sehen, mit 3D-Brillen konnte man sich den menschlichen Körper von innen anschauen und intelligente Kleidung warnte vor Gefahrensituationen.

Erste Berufungen bereits erfolgt

Auf die bisherigen Ausschreibungen der Professuren erhielt das ECDF über 300 Bewerbungen aus mehr als 70 Ländern. Mit Dr. Florian Tschorsch konnte bereits eine Juniorprofessur und mit Prof. Jochen Rabe die Gastprofessur besetzt werden. „Dieser Prozess dauert im Schnitt ein Jahr, wir haben ihn auf knapp fünf Monate verkürzt“, sagte Prof. Kao. Insgesamt sind zum derzeitigen Zeitpunkt bereits 32 der vorgesehenen 50 neuen Professuren ausgeschrieben. Zum 1. Mai 2017 erhält Dr. Sergio Lucia seine Ernennung, zum 1. August 2017 Dr. Setareh Maghsudi.

Das Einstein Center Digital Future hat eine geplante Laufzeit von sechs Jahren. Die erste Förderphase läuft vom 1. April 2017 bis 31. März 2020, die zweite – nach erfolgreicher Zwischenevaluation im Jahr 2018 – vom 1. April 2020 bis 31. März 2023. Die meisten der 50 Professuren werden als Juniorprofessuren ausgeschrieben, die eine Laufzeit von sechs Jahren haben. Es werden auch W2/W3-Professuren sowie eine Gastprofessur eingerichtet. Zwei wichtige Anliegen bestehen darin, möglichst viele Wissenschaftlerinnen für die Professuren zu gewinnen und einen Teil der aus privaten und industriellen Mitteln finanzierten Professuren zu verstetigen. 20 Unternehmen beteiligen sich am Einstein Center Digital Future. Von ihnen fließen insgesamt zwölf Millionen Euro in die Finanzierung der Professuren. Zu den Firmen gehören unter anderem die Berliner Wasserbetriebe, Cornelsen, German-Turkish Advanced ICT Research Center, Intel, SAP, Telekom und Viessmann.

Das Einstein Center Digital Future versteht sich als hochschulübergreifender Nukleus für die Erforschung und Förderung digitaler Strukturen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Anstelle neuer Einzelinitiativen soll es mit dem Projekt in Berlin mehr Verknüpfungen geben, neue Formen der Zusammenarbeit, eine Konzentration auf innovative interdisziplinäre Spitzenforschung und exzellent ausgebildete junge wissenschaftliche Talente. Geforscht werden soll beispielsweise in den Bereichen Smart Housing, Smart Cities, Smart Mobility, Digitale Bildung, Bioinformatik, Personalisierte Medizin, Digitale Diagnostik oder Neue Methoden der Genomdatenanalyse, Biomedizinische Bildgebung und Semantische Datenintelligenz, Identitätsmanagement, Physikalische Grundlagen der IT-Sicherheit, Internet der Dinge oder Wearable Technologies. Auch die Themengebiete Wasser- und Abwassersysteme 4.0, Digitalisierung und Arbeitswelt sowie Digitalisierung und multikulturelle Aspekte spielen eine Rolle.

Sprecher des ECDF ist Prof. Dr. Odej Kao von der Technischen Universität Berlin, Prof. Dr. Erwin Böttinger vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung ist Sprecher für den Bereich Digitale Gesundheit. Prof. Dr. Gesche Joost, Universität der Künste Berlin, ist Sprecherin für den Bereich Digitale Gesellschaft und Geisteswissenschaften, Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiller, Freie Universität Berlin, ist Sprecher für den Bereich Digitale Industrie und Dienstleistungen. Prof. Johann-Christoph Freytag, Ph. D. von der Humboldt-Universität zu Berlin ist Sprecher für den Bereich Digitale Infrastruktur, Methoden und Algorithmen.

Weitere Informationen

Pressekontakt

Hans-Christoph Keller
Sprecher Humboldt-Universität zu Berlin
Leiter Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 030 2093-2345
pr@hu-berlin.de

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