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Die Corona-Pandemie und anti-asiatischer Rassismus in Deutschland

Berlin University Alliance fördert gemeinsames Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung

Der Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf den Rassismus gegenüber ostasiatisch gelesenen Menschen in Deutschland steht im Zentrum einer neuen Forschungsstudie über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten. An dem Kooperationsprojekt beteiligen sich Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung. Das Ziel des Forschungsteams ist es, die Auslöser, Mechanismen und Konsequenzen von rassistischen Denkmustern zu analysieren. Dabei sollen nicht nur Formen von anti-asiatischem Rassismus wie Schuldzuweisungen oder Stereotypisierung im Kontext der Coronavirus-Pandemie identifiziert werden, es sollen auch psychologische und soziale Faktoren untersucht werden, die diesen Rassismus begünstigen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen zudem die Frage, wie Betroffene Rassismus erleben und verarbeiten. Die Ergebnisse der Studie, die Ende des Jahres 2020 vorliegen sollen, könnten Rückschlüsse erlauben auf Ausgrenzungsprozesse von Minderheiten, auf soziale Konstellationen und rassistische Kontinuitäten in Deutschland sowie auf den Zusammenhalt der Gesellschaft in Krisenzeiten. Das Projekt wird im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern durch die Berlin University Alliance in der „Sonderausschreibung: Pandemie“ als Teil der Grand Challenge Initiatives gefördert.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Lebensverhältnisse von Millionen Menschen weltweit in drastischem Maße verändert. Viele von ihnen suchen nach Sinnzusammenhängen, Erklärungen – und auch nach Schuldigen für den Ausnahmezustand. Erfahrungsberichte in verschiedenen Ländern belegen, dass Menschen, deren Äußeres ostasiatisch gelesen wird, Anfeindungen erleben mussten, auch in Deutschland. Als Begründung reicht offenbar der Umstand, dass China als das Ursprungsland des SARS-CoV-2-Erregers gilt. Chinesinnen und Chinesen wird der Vorwurf gemacht, die Krankheit zu übertragen und global verbreitet zu haben. „Tatsächlich braucht Rassismus keinen rationalen Begründungszusammenhang, es reicht eine Unterstellung, ein Stereotyp und eine konstruierte Wahrscheinlichkeit, um soziale Gruppen pauschal rassistisch abzuwerten“, erklärt das Berliner Forschungsteam. Fast eine Million Menschen in Deutschland stammen selbst aus südost- oder ostasiatischen Ländern oder haben dort familiäre Bezüge. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen, das Phänomen des anti-asiatischen Rassismus in Deutschland mit einer breit angelegten Befragung und einer qualitativen Tagebuchstudie zur Erfassung von Diskriminierungserfahrungen und Verarbeitungsmechanismen von Rassismus zu ergründen. Dadurch können gesellschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Zusammenhalt der Gesellschaft sozialwissenschaftlich erfasst und eingeordnet werden.

Geleitet wird das Forschungsvorhaben von Prof. Dr. Naika Foroutan, Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität, von Dr. Christoph Giang Nguyen vom Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität und von Dr. Sabrina Jasmin Mayer vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung.

Die Berlin University Alliance

Die Berlin University Alliance ist der Verbund der drei Berliner Universitäten Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin für die gemeinsame Gestaltung von Wissenschaft in Berlin. Die vier Partnerinnen haben sich zusammengeschlossen, um den Wissenschaftsstandort Berlin zu einem gemeinsamen Forschungsraum weiterzuentwickeln, der zur internationalen Spitze zählt. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen dabei die gemeinsame Erforschung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, die Stärkung des Austausches mit der Gesellschaft, die Nachwuchsförderung, Fragen der Qualität und Wertigkeit von Forschung sowie übergreifende Vorhaben in den Bereichen Forschungsinfrastruktur, Lehre, Diversität, Chancengerechtigkeit und Internationalisierung. Die Berlin University Alliance wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

 

Weitere Informationen

Kooperationsprojekt: Soziale Kohäsion in Krisenzeiten (DeZIM-Institut)

Berlin University Alliance - Sonderausschreibung: Pandemie

Kontakte

Prof. Dr. Naika Foroutan
Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung,
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Telefon: 030 / 2093-46255,

E-Mail: bim.direktorium@hu-berlin.de  

Dr. Christoph Giang Nguyen
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin
Telefon: 030 / 838-63108
E-Mail: christoph.nguyen@fu-berlin.de

Webseite: www.christophnguyen.com/ 

Dr. Sabrina J. Mayer
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
Telefon: 030 / 2067-8468
E-Mail: mayer@dezim-institut.de

Pressekontakt Berlin University Alliance

Christina Camier
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
Telefon: +49 170 590 06 21
E-Mail: Christina.camier@berlin-university-alliance.de

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