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Abb.: Philipp Plum

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Handelssanktionen können Kooperation zum Klimaschutz schaden

Handelssanktionen zur Etablierung eines Klimaclubs mehrerer Länder mit ambitionierten Zielen können kontraproduktiv wirken. Das zeigt eine neue Studie.

Ein erfolgversprechender Ansatz in der internationalen Klimapolitik  ist die Bildung eines sogenannten Klimaclubs. Diese Idee wird auch im Zusammenhang des Green Deal der Europäischen Kommission diskutiert. Angestoßen wurde sie durch eine vielbeachtete Studie des Nobelpreisträgers William Nordhaus. Danach wäre eine Koalition von Ländern mit ambitionierten Klimapolitiken als Klimaclub in der Lage andere Länder durch die Androhung von Handelssanktionen in Form von Importsteuern zum Eintritt in diesen Club und damit zu einem stärkeren Engagement in diesem Politikbereich zu bewegen. Dieses Ergebnis basiert allerdings auf der Annahme, dass die betroffenen Länder keine Gegenmaßnahmen ergreifen.

In der nun veröffentlichten Studie zeigen die Klimaökonomen Achim Hagen und Jan Schneider, dass derartige Sanktionen für die Entwicklung internationaler Kooperation zum Klimaschutz durchaus abträglich sein können, wenn die Möglichkeit besteht, dass Handelspartner auf die Einführung von Handelssanktionen mit Gegenmaßnahmen in Form von eigenen Importsteuern reagieren.

In diesem Fall ergeben sich die erwünschten positiven Effekte auf die Kooperation nur, wenn der Klimaclub schon vor der Einführung der Handelssanktionen ausreichend groß ist. Ist der Klimaclub zu klein, so ist es für Nichtmitglieder attraktiver, Gegenmaßnahmen zu ergreifen als dem Klimaclub beizutreten. Insbesondere Europa und die USA sind für die erfolgreiche Einführung von Handelssanktionen unverzichtbare Mitglieder eines Klimaclubs: auf Grund ihrer wirtschaftlichen Größe sind ihre Handelssanktionen besonders wirksam.

Im besten Fall führt die Androhung von Handelssanktionen zur Kooperation aller Länder, so dass de facto keine Sanktionen eingeführt werden. Kommen hingegen Handelssanktionen sowie Gegenmaßnahmen tatsächlich zum Tragen kann es durch Verzerrungen des internationalen Handels zu erheblichen Wohlfahrtsverlusten der Handelspartner kommen.

Die Studie mit dem Titel Trade sanctions and the stability of climate coalitions wurde in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Environmental Economics and Management veröffentlicht und ist auf der Webseite frei zugänglich.

Originalpublikation

Hagen, A., & Schneider, J. (2021). Trade sanctions and the stability of climate coalitions. Journal of Environmental Economics and Management, 102504. https://doi.org/10.1016/j.jeem.2021.102504.

Kontakte

Dr. Achim Hagen
Resource Economics Group, Humboldt-Universität zu Berlin

achim.hagen@hu-berlin.de

Dr. Jan Schneider
Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Universität Oldenburg

jan.schneider@uol.de

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