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Abb.: Philipp Plum

Presseportal

Antike griechische medizinische Texte im Fokus

Die Philologin Caroline Petit wird mit einem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ein Jahr als Gast an der Humboldt-Universität zu Berlin forschen

Bild von Caroline Petit
Dr. Caroline Petit, Foto: University of Warwick

Die französische klassische Philologin Caroline Petit (University of Warwick, GB) wird mit einem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ein Jahr als Gast an der Humboldt-Universität zu Berlin forschen. Gastgeber ist Prof. Dr. Philip van der Eijk, Alexander von Humboldt-Professor für klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte und Sprecher des Berliner Antike-Kollegs.

Caroline Petit, die an der Pariser Sorbonne promovierte, arbeitet an der Schnittstelle zwischen klassischer Philologie und Medizingeschichte. Sie ist eine Expertin in der Erforschung griechischer medizinischer Texte und ihrer mittelalterlichen handschriftlichen Überlieferung, insbesondere der Werke des einflussreichen Arztes Galen von Pergamon (129–215 n. Chr.), der die Geschichte der westlichen und auch islamischen Medizin bis ins 17. Jahrhundert geprägt hat.

Caroline Petit hat Pionierarbeit geleistet in der Erschließung bisher unbekannter Quellen zur Geschichte des medizinischen Unterrichts, der medizinischen Prognose und der Pharmakologie. Eine ihrer Buchpublikationen ist einem Text von Galen zur psychologischen Bewältigung persönlicher Krisen gewidmet; diese Schrift war verschollen, wurde aber vor einigen Jahren in einer byzantinischen Handschrift entdeckt. Die Entdeckung war eine Sensation und die Schrift wird in einem von Caroline Petit herausgegeben Sammelband auf ihren Ertrag als Informationsquelle für die ärztliche Praxis im antiken Rom ausgewertet.

Ein anderer Bereich, wo Caroline Petit bahnbrechende Arbeit geleistet hat, ist die Geschichte der Kommunikation und Vermittlung von medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, sowohl in der Antike als auch in der frühen Neuzeit. Mit ihren Studien zur Rolle der Rhetorik im Werke Galens und im medizinischen Humanismus hat sie gezeigt, dass ein guter Arzt in diesen Zeiträumen auch eine sehr gute Beherrschung von Sprache, Stil und literarischen Formen aufweisen musste, zum Beispiel in der geschickten Verwendung von Metaphern und Argumentationsformen, um sein Publikum zu erreichen und sich im kompetitiven Kontext des medizinischen Diskurses durchzusetzen.

Zu all diesen Themen wird Caroline Petit im kommenden akademischen Jahr als Gast am Institut für klassische Philologie weiter forschen.

 

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