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Humboldt-Universität zu Berlin

Hermann von Helmholtz

Hermann von Helmholtz

Hermann von Helmholtz

  • Geboren am 31. August 1821 in Potsdam
  • Gestorben am 8. September 1894 in Berlin


Mediziner und Naturwissenschaftler

Nach dem Abitur studierte Helmholtz Medizin an der Militärärzteschule in Berlin. Er nahm dieses kostenlose Studium auf, da ihm seine Familie ein naturwissenschaftliches Studium nicht ermöglichen konnte. Die so im Medizinstudium erworbene naturwissenschaftliche Grundausbildung bei berühmten Lehrern wie dem Physiologen und Anatomen Johannes Müller und dem Physiker Gustav Magnus war eine gute Grundlage für seine weiteren naturwissenschatlichen Studien und späteren Forschungen.

Die 1838 begonnen Studien schloss Helmholtz 1842 mit einer Promotion zum Doktor der Medizin ab. Mit seinen 21 Jahren war er einfacher Chirurgus an der Charité und nahm dann eine Stelle als Eskadron-Chirurg am Husarenregiment zu Potsdam an.

Erst 1848, mit Fürsprache Alexander von Humboldts, konnte er den Militärdienst verlassen und nach Berlin zurückkehren.

Bahnbrechende Erfindungen

Seit dem Sommer 1848 unterrichtete Helmholtz Anatomie an der Berliner Kunstakademie und arbeitete er als Assistent Johannes Müllers in den anatomischen Sammlungen im Westflügel des Hauptgebäudes der Universität. Wiederum auf Empfehlung von Humboldt erhält der nun 28jährige eine Professur für Physiologie und Pathologie an der Universität Königsberg. Hier machte er mit zwei Entdeckungen von sich reden, die ihn in kurzer Zeit bekannt machen: die Messung der Geschwindigkeit, mit der sich Erregungsvorgänge in motorischen Nerven fortpflanzen und die Erfindung des Augenspiegels.
Der Augenspiegel war eine bahnbrechende Erfindung für die Augenheilkunde. Er wurde erstmals in die Augenarztpraxis eingeführt von dem Augenarzt Albrecht von Graefe, der an der Charité praktizierte und dadurch zum Neubegründer der Ophthalmologie wurde.

So bekannt geworden, folgte Helmholtz Rufen nach Bonn 1855 und nach Heidelberg 1858. Nach dem Tod seines einstmaligen Lehrers, des Physikers Gustav Magnus, 1870 kehrte Helmholtz ein Jahr darauf nach Berlin zurück und übernahm hier den Lehrstuhl für Physik.

Forschung allenthalben

Helmholtz machte sich auf vielen Forschungsgebieten einen Namen. So gab er dem von Robert Mayer erkannten Gesetz von der Erhaltung und Umwandlung der Energie eine mathematische Begründung und wandte es bei der Untersuchung thermochemischer und elektrochemischer Vorgänge auch auf die Thermodynamik an. Er berechnete die Wirbelbewegung von Flüssigkeiten und förderte auch durch seinen Schüler Heinrich Hertz die Durchsetzung der Faraday-Maxwellschen Anschauungen.

Auf dem Gebiet der Physiologie erforschte Helmholtz besonders die Leitungsgeschwindigkeit der Nerven, das Farbensehen und den Hörmechanismus. Die physiologische Optik und die Lehre von den Tonempfindungen waren von ihm geförderte Gebiete.

Rektor und Präsident

1878 erhielt Helmholtz einen eigenen Institutsbau - das Physikalische Institut am Reichstagsufer. Es wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.

Helmholtz gehörte der heutigen Humboldt-Universität seit 1871 an und war 1877/78 ihr Rektor. Mit der Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt war er von 1888 bis 1894 deren erster Präsident.

Das Denkmal

Der Wunsch nach Würdigung des großartigen Wissenschaftlers Hermann von Helmholtz durch ein Denkmal entstand kurz nach seinem Tode. Nach Wettbewerben, die sich über einige Jahre erstreckten, erhielt der Berliner Kunstakademieschüler Ernst Herter (1846 bis 1917) den Gestaltungsauftrag.
Herter schuf eine überlebensgroße Figur von Helmholtz aus weißem Tiroler Marmor, die auf einem gegliederten Sockel aus rötlichem bayerischen Marmor steht.

Der Ort der Denkmalaufstellung im Vorhof der Universität, direkt auf der Eingangsachse vom Tor zum Gebäudeeingang, war anfangs umstritten. Am 6. Juni 1899 fand dennoch die Einweihung an genau diesem Standort statt.

Trotz anhaltender Diskussionen um eine Umsetzung verblieb das Denkmal bis zur vollständigen Beräumung des Hofes 1935 an dieser Stelle. Dann erhielt es einen neuen Standort im Garten des Westflügels der Universität in der Universitätsstraße. Dort stand auch das Denkmal von Theodor Mommsen, welches 1991 an den alten Standort im Vorhof zurückkam, sowie das von Heinrich von Treitschkje, dessen Verbleib nach dem Krieg unbekannt ist. Ästhetische und praktische Fragen haben die Standortdiskussion immer bestimmt. Unumstritten bleibt das Bedürfnis nach Würdigung eines großen Wissenschaftlers dieser Universität.