Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin

Wolf Wilhelm Graf von Baudissin

* 26.09.1847 Sophienhof bei Kiel, † 06.02.1926 Berlin
Abbildung
  • 1876 ao. Professor für Altes Testament in Straßburg

  • 1880 Professor für Altes Testament in Straßburg

  • 1881 Professor für Altes Testament in Marburg

  • 1900 Professor für Altes Testament in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1912/13

Der aus angesehener Familie stammende Baudissin studierte in Erlangen, Heidelberg, Berlin, Leipzig und Kiel Theologie und Orientalistik und wurde 1870 in Leipzig zum Dr. phil., 1874 zum Lic. theol. promoviert. Nach seiner

Habilitation für alttestamentliche Wissenschaft wurde er 1880 auf eine Professur nach Straßburg berufen. 1881 wurde Baudissin Professor in Marburg und erhielt einen Ruf an die Friedrich-Wilhelms-Universität als Nachfolger von C. F. A. Dillmann. Aus gesundheitlichen Gründen musste sich Baudissin von dem bereits angenommenen Amte entbinden lassen und blieb in Marburg. Als 1900 erneut ein Ruf an ihn erging, kam er diesem nach und ging nach Berlin. In seiner Antrittsrede als Rektor im Oktober 1912 befasste er sich mit dem Thema "Die alttestament­liche Wissenschaft und die Religionsgeschichte".

Bestimmend für seine theologischen Forschungen waren insbesondere der Alttestamentler Franz Delitzsch und der Orientalist Heinrich Leberecht Fleischer, einer der Begründer der modernen Arabistik.

Darüber hinaus widmete sich Baudissin der Erforschung religionsgeschichtlicher Fragen und zeigte die Zusammenhänge des Christentums und der alttestamentlichen Religion mit den Kulten des alten Orients, namentlich mit denen der Kanaanäer, Aramäer und Phönikier auf, wobei er insbesondere das Phänomen der Gottesvorstellung beobachtete. Wichtige Veröffentli­chungen sind neben den "Studien zur semitischen Religionsgeschichte" (2 Bde., 1876–1878) die "Einleitung in die Bücher des Alten Testaments" (1901), "Adonis und Esmun. Eine Untersuchung zur Geschichte des Glaubens an Auferstehungsgötter und Heilgötter" (1911) und das vierbändige, 1926 bis 1929 von Otto Eißfeldt herausgegebene Werk "Kyrios als Gottesname im Judentum und seine Stelle in der Religionsgeschichte".