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Humboldt-Universität zu Berlin

Justus Friedrich Karl Hecker

* 05.01.1795 Erfurt, † 11.05.1850 Berlin
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  • 1817 Privatdozent an der Berliner Universität
  • 1822 ao. Professor an der Berliner Universität
  • 1834 Professor für Geschichte der Medizin und Enzyklopädie in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin
1844/45

 

Im Alter von 10 Jahren übersiedelte Hecker mit seiner Familie von Erfurt nach Berlin, wo er mit 17 Jahren das Medizinstudium aufnahm. Da er sich schon zu Schulzeiten für Geschichte und klassische Philologie interessierte, insbesondere auch in Bezug auf dichterische und künstlerische Aspekte, setzte er diesen Schwerpunkt im Bereich der Medizin fort. Sowohl seine Disserta­tion als auch die Habilitation (1817) befassen sich mit Aspekten der Medizingeschichte.

1822 veröffentlichte er die "Geschichte der Heilkunde", die von der griechisch-römischen Medizin bis zum Ende des Mittelalters reicht. Es folgten Schriften über die Pest "Der schwarze Tod im 14. Jahrhundert" (1832) und "Die Tanzwuth, eine Volkskrankheit des Mittelalters", ebenfalls 1832. Beide wurden ins Englische, letztere sogar ins Französische und Italienische übersetzt.

Außerdem verfasste er die "Geschichte der neuen Heilkunde" (1829), in der er eine historisch-pathologische Darstellung der Volkskrankheiten zwischen 1770 und 1772 liefert.

1834 erhielt er den Ruf als Professor für Geschichte der Medizin und Enzyklopädie an die Universität in Berlin. Das Amt hatte er bis zu seinem Tode 1850 inne.

Hecker veröffentlichte außerdem eine psychologische Studie zur Geschichte der Jeanne d’Arc. Grundsätzlich hat er sich vom rein pathologischen Krankheitsbild ausgehend auch für den ganzen Menschen in seinem jeweiligen sozialen, politischen, psychischen Kontext und dem aktuellen Lebensumfeld interessiert.

Seine Schriften überzeugen nicht nur inhaltlich, sondern auch durch den sprachlichen Ausdruck. Hecker verstand es, wissenschaftlich fundierten Unterricht in eine ansprechende Form zu bringen und war darum ein beliebter Lehrer.

Mehrere Auszeichnungen, wie die Ernennung zum Geheimen Medizinalrat, weisen auf die Wertschätzung seiner wissenschaftlichen Arbeit hin.