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Humboldt-Universität zu Berlin

Albrecht Penck

* 25.09.1858 Reudnitz bei Leipzig, † 07.03.1945 Prag
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  • 1885 Professor für Physikalische Geographie in Wien

    1906 Professor für Geographie in Berlin und im gleichen Jahr Direktor des neu gegründeten Museums für Meereskunde in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1917/18

 

In Leipzig studierte Albrecht Penck ab 1875 Chemie, Botanik, Mineralogie und Geologie. Vom Leiter der geologischen Landesaufnahme in Sachsen wurde er als Hilfsgeologe zur Aufnahme einer geologischen Karte Sachsens eingestellt. Mit den "Studien über lockere vulkanische Auswürflinge" wurde er 1878 bei dem Mineralogen Ferdinand Zirkel promoviert. Im selben Jahr unternahm er eine Studienreise nach Norddeutschland und Skandinavien in deren Folge er die dreimalige Vergletscherung des nördlichen Mitteleuropas erstmals nachwies.

Seit 1880 bildete er sich in München bei Karl Zittel in Paläontologie weiter, wo er sich als erster Vertreter der Geographie an der Universität München habilitierte. In dieser Arbeit untersuchte er das Alpenvorland und belegte eine dreimalige Vergletscherung auch des Alpenvorlandes und die Entstehung der Alpenrandseen durch glaziale Erosion. 1885 nahm er einen Ruf nach Wien an, wo der Lehrstuhl für physikalische Geographie neu geschaffen wurde. In Wien erweiterte er die Vorlesungen durch verpflichtende Exkursionen.

Seine Arbeiten "Über die Vergletscherung der deutschen Alpen" (1882), "Die Eiszeit in den Pyrenäen" (1884) und die gemeinsam mit Eduard Brückner verfasste Schrift "Die Alpen im Eiszeitalter" (1901–1906) gehören zu den klassischen Werken der Eiszeitforschung.

1906 erhielt er den Ruf als Nachfolger Ferdinand von Richthofens als Direktor des Geographischen Instituts nach Berlin und leitete gleichzeitig das neu gegründete Institut und Museum für Meereskunde. Während der Berliner Zeit lehrte er als Austauschprofessor in Yale und an der Columbia-Universität in den USA.

Seit 1922 schuf er zusammen mit Friedrich Schmidt-Ott und Alfred Merz die Voraussetzungen für die "Meteor"-Expedition im Südatlantik (1925–1927). Unter seiner Leitung wurde 1928 die 100-Jahr-Feier der "Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin" ein sehr beachteter wissenschaftlicher Erfolg.

Penck gilt als bedeutendster deutscher Geograph der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.