Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin

Gerhard Friedrich Abraham Strauss

* 24.09.1786 Iserlohn, † 19.07.1863 Berlin
Abbildung
  • 1809 erste Pfarrstelle in der Gemeinde Ronsdorf

    1822 Professor für praktische Theologie in Berlin

    1836 Geistlicher Rat im Kultusministerium

    1856 Oberhofprediger in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1833/34

 

Strauss' Elternhaus war für seine berufliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung: Er wurde in eine Pfarrersfamilie hineingeboren und ließ sich schon früh für die Theologie begeistern. Von 1805 bis 1808 studierte er in Halle und Heidelberg Theologie und schloss dabei Freundschaft mit Neander, dem er ein Leben lang verbunden bleiben sollte. 1809 trat er seine erste Pfarrstelle in der lutherischen Gemeinde Ronsdorf bei Wuppertal an. In Ronsdorf schrieb er die "Glockentöne. Erinnerungen aus dem Leben eines jungen Geistlichen" (1815–1819) – eine gefühlsbetonte Darstellung seiner ersten Amtsjahre, in der seine Begeisterung und Überzeugung für den Beruf zum Ausdruck kommt. "Wenn ich vor Dir stehe, liebes Kirchlein, begeistert unter den Andächtigen, da möchte ich nimmer von der Kanzel, nimmer von dem Altare hinweg." Viele seiner Kollegen nahmen das Werk positiv auf. Er heiratete Johanna von der Heydt, eine Bankierstochter und Schwester des späteren preußischen Finanzministers. Da seine Frau dem reformierten Glauben angehörte, empfanden seine lutherischen Gemeindemitglieder diese Heirat als unpassend.

Durch seine Veröffentlichungen – u. a. "Helons Wallfahrt nach Jerusalem – Hundertneun Jahre vor der Geburt unseres Herrn" (1820) und "Die Taufe im Jordan" (1822) – wurde er so bekannt, dass er 1822 als vierter Hofprediger und Professor für praktische Theologie nach Berlin berufen wurde. Strauss überzeugte als klassischer Pastoraltheologe, indem er seinen Studenten die Freude am Pfarramt vermittelte. Er gehörte 1824 zu den Mitbegründern der Berliner Missionsgesellschaft und wirkte als Erweckungsprediger und Seelsorger. Trotz der Mitgliedschaft im Evangelischen Oberkirchenrat ab 1850 blieb der Schwerpunkt seines Wirkens das Amt des Hofpredigers – 1856 wurde er Oberhofprediger.

Er hatte ein relativ enges Verhältnis zu Wilhelm IV. 1836 wurde er Geistlicher Rat im Kultusministerium und gewann so auch kirchenpolitischen Einfluss.