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Humboldt-Universität zu Berlin

Adolf Wagner

* 25.03.1835 Erlangen, † 08.11.1917 Berlin
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  • 1858 Professor der Nationalökonomie in Wien

    1864 Professor der Nationalökonomie in Dorpat

    1868 Professor der Nationalökonomie in Freiburg/Breisgau

    1879 Professor für Staatswissenschaft in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1895/96

 

Adolf Wagner studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Heidelberg. Ab 1858 war er Lehrer für Nationalökonomie an der Handelsakademie in Wien und ab 1863 an der kaufmännischen Fortbildungsanstalt in Hamburg. Seinen wissenschaftlichen Zugang zur Volkswirtschaftslehre hat Adolf Wagner über die Rechtswissenschaften und Statistik gefunden. Neben dem statistischen Verfahren, das er als das vergleichbar beste induktive Verfahren betrachtete, sah er auch immer das deduktive als gerechtfertigt an. Deshalb suchte Adolf Wagner im "Methodenstreit der Nationalökonomie mit der Historischen Schule" zwischen Gustav von Schmoller und Carl Menger einen vermittelnden Standpunkt einzunehmen.

Adolf Wagner gehört neben Gustav Friedrich von Schmoller zweifelsfrei zu den bedeutendsten Ökonomen der Bismarck-Ära. Als Nationalökonomen gehörten beide zu den so genannten "Kathedersozialisten", wie auch Hans Delbrück und Werner Sombart. Sie setzten sich seinerzeit vehement für eine staatliche Sozialpolitik ein. Sie unterstützten die Maßnahmen des Reichskanzlers Otto von Bismarck zur Einführung von Sozialversicherungen.

Zu seinen wichtigen Werken werden u. a. die "Grundlegung der politischen Oekonomie" in 2 Bänden von 1892, "Das neue Lotterie-Anlehen und die Reform der Nationalbank" (1860) sowie "Die akademische Nationalökonomie und der Sozialismus" (1895) gezählt. Daneben publizierte er intensiv in der Tübinger "Zeitschrift für Staatswissenschaft" und schrieb eine große Anzahl von Flugschriften.

Von 1882 bis 1885 war Wagner Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Neben Gustav von Schmoller gehört Wagner zu den Mitbegründern des 1873 gegründeten "Vereins für Socialpolitik". 1881 wurde Wagner Mitglied der von Adolf Stöcker gegründeten "Christlich-Sozialen Partei".