Wie fühlt es sich an, einen Staatsstreich zu miterleben? Welche Art von subjektiver Erfahrung erzeugt der durch eine brutale Diktatur erzwungene Bruch im Alltag? Als die Militärjunta im März 1976 in Argentinien die Macht ergriff, war Alan Pauls sechzehn Jahre alt. Wie bei vielen seiner Generation hinterließ die Diktatur unter der Führung von Jorge Rafael Videla eine unauslöschliche Spur bei ihm – vielleicht für immer –, indem sie jede Hoffnung auf Kontinuität durch das Schreckgespenst eines brutalen Umbruchs zerstörte, der die Geschichte in ein radikales Vorher und Nachher teilt.
Zur Person
Alan Pauls ist Roman- & Drehbuchautor, Essayist und Kritiker. Pauls studierte Literaturwissenschaften an der Universidad de Buenos Aires, wo er später als Professor für Literaturtheorie tätig wurde. Darüber hinaus war er Gastprofessor an der Princeton University und unterrichtete Kreatives Schreiben an der Universidad de Tres de Febrero [Buenos Aires] und der New York University. Er ist Gründer der Zeitschrift Lecturas críticas und arbeitete als Redakteur für die Tageszeitung Página/12. Sein Roman »El pasado« [2003; dt. »Die Vergangenheit«, 2009] gewann den spanischen Literaturpreis Herralde und wurde von Héctor Babenco verfilmt. Mit »Historia del llanto« [2007; dt. »Geschichte der Tränen«, 2010], »Historia del pelo« [2010; dt. »Geschichte der Haare«, 2012] und »Historia del dinero« [2013; dt. »Geschichte des Geldes«, 2016] entstand zwischen 2007 und 2013 eine Trilogie über die 1970er Jahre in Argentinien und die Geschichte der argentinischen Diktatur. Pauls lebt und arbeitet seit 2019 in Berlin.
Auf einen Blick
Wann: 5. Februar 2026, 19.15 Uhr
Wo: Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin
Programm und Anmeldung: Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
