Biodiversität im Vergleich: Graslandschaften in Mitteleuropa und dem südlichen Afrika

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In der KOSMOS-Lesung an der Humboldt-Universität am 12. Februar 2026 zeigt Prof. Ulrich Zeller, wie das Aussterben großer Wildtiere der Eiszeit sowie der menschliche Einfluss die Natur Mitteleuropas bis heute verändert haben

Graslandschaften in Mitteleuropa und im südlichen Afrika haben sich seit der Eiszeit grundlegend unterschiedlich entwickelt. In der kommenden Kosmos-Lesung vergleicht Prof. a.D. Dr. Ulrich Zeller die Entwicklung von Graslandökosystemen und zeigt, welche Rolle ausgestorbene Großtiere, menschliche Nutzung und heutige Naturschutzkonzepte dabei spielen. Der Vortrag „Biodiversität im Wandel von Umwelt und Nutzung: Forschungsreisen in das südliche Afrika und ökosystematischer Vergleich“ findet statt am Donnerstag, 12. Februar 2026, Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Senatssaal, 10117 Berlin. Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Marcel Robischon, Professor für Agrarökologie und Leiter der Abteilung Agrarökologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), moderiert.

Der moderne Mensch veränderte die Umwelt

In Mitteleuropa verschwand mit dem Erscheinen des modernen Menschen die prägende Megafauna der Eiszeit, insbesondere das Mammut. Dadurch konnten sich in den ehemals offenen Graslandschaften zunehmend Wälder ausbreiten. Die heute bestehenden Graslandschaften werden fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt und mit domestizierten Tieren beweidet. Das ursprüngliche ökologische Gleichgewicht ist einer vom Menschen gestalteten Kulturlandschaft gewichen. Anders verlief die Entwicklung der Savannen des südlichen Afrikas. Dort sind seit der Eiszeit viele Großtierarten erhalten geblieben. Die Savannen der Region gelten daher als vergleichsweise natürliche Ökosysteme. In der Forschung dienen sie als wichtige Referenz, um das fragile Beziehungsgeflecht von Grasland, Großtieren, menschlicher Nutzung und Klimaveränderungen zu untersuchen. Der vergleichende Ansatz ermöglicht es zudem, Begriffe wie „Wildnis“ oder „Rewilding“ besser zu verstehen. Ulrich Zeller beleuchtet in seinem Vortrag, ob die Versuche, die „Landschaftsgärtner der Eiszeit“ durch moderne Stellvertreter zu ersetzen, ökologisch sinnvoll sind oder ob der Begriff der Wildnis in der in Mitteleuropa durch Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft völlig neu definiert werden muss. 

Professor Dr. Ulrich Zeller

Professor Dr. Ulrich Zeller ist emeritierter Professor der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Abschlüsse in Medizin und Biowissenschaften der Universitäten Göttingen und Berlin und war Fellow der Smithsonian Institution in Washington, D.C. Professor Zeller war Direktor des Zoologischen Museums in Berlin und Leiter der Abteilung für Systematische Zoologie an der HU.

Auf einen Blick

Wann: Donnerstag, 12. Februar 2026, 18 bis 19:30 Uhr
Wo: Senatssaal der HU, Hauptgebäude, Unter den Linden 6, 10117 Berlin
Programm und Anmeldung: Vortrag mit dem Titel „Biodiversität im Wandel von Umwelt und Nutzung: Forschungsreisen in das südliche Afrika und ökosystematischer Vergleich“ (auf Deutsch). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Über die KOSMOS-Lesungen

Die KOSMOS-Lesungen werden vom Integrativen Forschungsinstitut IRI THESys der Humboldt-Universität veranstaltet. Das IRI THESys widmet sich dem Forschungsfeld Transformationen von Mensch-Umwelt-Systemen aus interdisziplinärer Perspektive.

Hinweis zu Film- und Fotoaufnahmen

Während der Veranstaltung entstehen Foto- und Videoaufnahmen. Das Material wird ausschließlich zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit an der HU Berlin verwendet.

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