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Humboldt-Universität zu Berlin

Walter Friedrich

* 25.12.1883 Salbke bei Magdeburg, † 16.10.1968 Berlin
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  • 1923 Professor für medizinische Physik und Strahlenkunde in Berlin
  • 1947 Professor für Strahlenforschung und Strahlentherapie in Berlin
  • 1951 Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin

Rektor der Berliner Universität 1949–1952

 

Bei der Studienauswahl konnte sich Friedrich zunächst nicht für ein Fachgebiet entscheiden. So studierte er ab 1905 erst einmal Musik und nebenher Physik in Genf. Er entschied sich dann für Physik und studierte ab 1906 in München, u. a. bei Conrad Röntgen, bei dem er 1911 promovierte. Mit seinem Studium und seiner Promotion hat sich Friedrich einem ganz neuen Fachgebiet zugewandt.

Von 1912 bis 1914 war er Assistent bei A. Sommerfeld an der Universität in München. Max von Laue hatte dort Untersuchungen über die Raumgitterstruktur der Kristalle durchgeführt, die von Walter Friedrich mit Paul Knipping fortgesetzt wurden. Friedrich gelang der Nachweis von Interferenzpunkten auf einer Fotoplatte. Die Wellennatur der Röntgenstrahlen war bewiesen. Max von Laue interpretierte die Forschungsergebnisse. Conrad Röntgen gratulierte allen dreien zu dem Erfolg. Jedoch den Nobelpreis für Physik zur "Entdeckung und Deutung der Röntgenstrahlen-Interferenzen" für das Jahr 1914 erhielt von Laue. Gerechter wäre der Preis für alle Drei gewesen, sagte von Laue öffentlich und teilte das Preisgeld mit seinen Kollegen.

1914 ging Friedrich als Assistent an die Universitätsklinik in Freiburg. Dort übernahm er die Leitung des Laboratoriums und richtete erstmals eine Forschungsstelle für Biophysik an einer deutschen Universität ein. Nach der Habilitation im Fach Physik berief die Universität ihn zum Professor. Die Berliner Universität berief ihn 1923 als Ordinarius für medizinische Physik und als Direktor des Instituts für Strahlenforschung an die Charité.

1947 schlug Friedrich einen Ruf an die Universität Marburg zugunsten eines Angebots als Ordinarius für Strahlenforschung und Strahlentherapie an der Medizinischen Fakultät in Berlin aus. Damit übernahm Friedrich in der 1946 wieder eröffneten Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin die Leitung des Instituts für Medizin und Biologie in Berlin-Buch. Walter Friedrich gilt als Mitbegründer der Biophysik.