Wissenschaft braucht Freiheit

Freiheit ist das Fundament wissenschaftlicher Arbeit. Ohne sie gibt es keine unabhängige Forschung oder gesellschaftlichen Fortschritt. Doch diese Freiheit gerät weltweit unter Druck. Politische Einflussnahme, Forderungen nach Absagen unliebsamer Veranstaltungen und internationale Spannungen stellen Wissenschaftler*innen und Hochschulen vor wachsende Herausforderungen.

Eine Kooperation der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Exzellenzclusters SCRIPTS.

Wissenschaftsfreiheit ist keine Selbstverständlichkeit

Wissenschaftsfreiheit ist kein Privileg. Sie ist – wie sich weltweit beobachten lässt – auch keine Selbstverständlichkeit. Sie ist aber die Voraussetzung dafür, dass Universitäten bleiben, was sie sein sollen: Orte der Erkenntnis, der Innovation – und des Widerspruchs. Nur eine freie Wissenschaft kann die großen Fragen unserer Zeit beantworten.

Wir geben Einblicke in aktuelle Debatten, beleuchten rechtliche, politische und ethische Dimensionen und bieten Wissenschaftler*innen beider Universitäten eine Plattform, um ihre fachlichen Perspektiven, ihre Expertise, sichtbar zu machen. Mit dem Ziel: Wissenschaftsfreiheit greifbar zu machen – für Forschende, Studierende, für alle, die Wissenschaft mit gestalten wollen. Freie Universität und Humboldt-Universität stehen für ein starkes, offenes Wissenschaftssystem, das auf Autonomie, Verantwortung und kritischen Diskurs baut.

In Deutschland ist die Wissenschafts- und Forschungsfreiheit im Grundgesetz verankert und als Grundrecht geschützt. Sie kennt keine Grenzen außer den fundamentalen Verfassungswerten. Wie wichtig das ist, sehen wir an den aktuellen Entwicklungen in den USA und andernorts. Wer Gesellschaft und Wirtschaft durch Forschung und neue Erkenntnisse voranbringen will, muss frei arbeiten können. Die Freiheit der Wissenschaft und die fundamentalen Werte der Verfassung sind hohe Güter, für die wir an der Humboldt-Universität einstehen und die wir verteidigen.

Julia von Blumenthal

Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin
Julia von Blumenthal

Julia von Blumenthal

Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin

Gesellschaften entwickeln sich am stärksten und sind am leistungsfähigsten, wenn Menschen ihre Möglichkeiten und Talente frei, unabhängig und reflektiert entfalten können. Die Basis dafür ist. dass ihnen unabhängige Informationen und breite wissenschaftliche Expertise zur Verfügung stehen. Wissenschaftsfreiheit ist deshalb eine Grundvoraussetzung für innovatives, selbstwirksames Miteinander - und für die Demokratie.

Günther M. Ziegler

Präsident der Freien Universität Berlin
Günter Matthias Ziegler

Günther M. Ziegler

Präsident der Freien Universität Berlin

Geschichte verpflichtet

Die Geschichte unserer beiden Universitäten ist eng mit Fragen von Demokratie, Verantwortung und internationaler Zusammenarbeit verknüpft – und macht das Thema Wissenschaftsfreiheit für unsere akademischen Gemeinschaften besonders relevant. Die Freie Universität Berlin wurde 1948 von Professoren und Studierenden gegründet – als Antwort auf die Verfolgung systemkritischer Studierender an der Universität Unter den Linden im damaligen sowjetischen Sektor des geteilten Berlins. Seit ihrer Gründung versteht sich die Freie Universität als Ort des offenen Austauschs und der kritischen Reflexion. Die Humboldt-Universität zu Berlin – 1809 als Friedrich-Wilhelms-Universität und 1949 in Humboldt-Universität umbenannt wurde mit dem Anspruch gegründet, Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung zu denken – und als gestaltende Kraft für die Zukunft zu wirken. 

(Gründungs-)Geschichte verpflichtet – gerade heute, in einer Zeit, in der Wissenschaftsfreiheit unter Druck gerät: durch politische Erwartungen, durch Debatten über sogenannte „Cancel Culture“, durch internationale Abhängigkeiten oder wirtschaftlichen Einfluss. Mit dem gemeinsamen Themenschwerpunkt „Wissenschaftsfreiheit“ wollen wir informieren, sensibilisieren und den Diskurs stärken. Was bedeutet Wissenschaftsfreiheit heute – individuell wie institutionell? Wo liegen ihre Grenzen, wo wird sie bedroht? Und welche Verantwortung trägt die Wissenschaft selbst?

Stimmen zur Wissenschaftsfreiheit

Ergebnisse 9 bis 11 von 11
Ein Mann und eine Frau sprechen beziehungsweise lächeln in die Kamera.
|
Studium
Open Humboldt
Forschung
Lehre

An Hochschulen führt die Ein- oder Ausladung politisch exponierter Sprecher*innen oft zu Kontroversen. Die Entscheidung, wer sprechen darf und wer nicht, sollte sich an den Aufgaben der Universität orientieren.

Matthias Ruffert steht auf einem Balkon. Im Hintergrund ist die Straße Unter den Linden, die Humboldt-Universität, der Berliner Dom und der Fernsehturm zu sehen,
|
Studium
Open Humboldt
Forschung
Lehre

Wissenschaftsfreiheit schützt nicht nur Forschende, sondern auch Institutionen. Hochschulautonomie ist ein Kernprinzip, das dem Gemeinwohl dient – doch wissenschaftspolitische Eingriffe stoßen dort an Grenzen, wo die „Wissenschaftsadäquanz“ fehlt.

Eine Ausstellungswand mit einem Bild einer Forscherin, im Hintergrund ein Gebäude.
|
Open Humboldt
Forschung

Seit 2015 engagiert sich die Humboldt-Universität zunehmend für gefährdete Forschende und Wissenschaftsfreiheit.